Gesund

in der Region

Conny Trumann (Bezzel), Toni Lauerer privat, , Stock-Asso/Shutterstock

 

GESUNDHEIT - WELLNESS - LIFESTYLE

Stressbewältigung in der Natur, Achtsamkeit lernen, mit der Ruhe der Einsamkeit, mit Schafen meditieren und im Biohotel zu sich kommen. Regeneration von Körper & Geist durch Stille………da müssen sie doch eigentlich einen entspannten Beruf haben…

 

Schäfer

 

 

Gleich mal vorweg. Ein Traumjob ist das sicher nicht. Und dennoch ist die Deuerlinger Schäferfamilie Karl mit ganzem Herzen dabei. Und das seit fast 25 Jahren.

Anna Karl hatte eigentlich schon immer Schafe.  „Um die Arbeit richtig zu machen, muss man die Viecherln a mögn“, erzählt Anna. Ihr Sohn Helmut hat dann pünktlich mit der Volljährigkeit den Betrieb übernommen, aber schon immer mitgearbeitet. “Meine Freind san natürlich abends fortganga. Bei mir isses oft Elfe auf´d Nacht worn, dann bin i manchmal no nachegfoarn, steinmüd und es hod net lang dauert, da hob i zum Discosound sche gschlofa! So richtig Party und feiern wie bei die andern, des hods bei mir nie gem.“

 

Er hat sich ganz bewusst für den Beruf Schäfer entschieden. Irgendwann lernte er dann auch noch Scheren, damit man so Geld spart. „Die Schafswoll is nix wert“, so Helmut Karl. „Du musst betteln, dass sie überhaupt abgeholt wird! Kriegen tust nix mehr dafür!“

Die Sommertage sind lang. Kurz nach Sonnenaufgang Arbeitsbeginn,   dann immer wieder mit den Hunden zur Herde, Wasserbehälter auffüllen, trinken lassen und weiterziehen. Tag für Tag. Sonn- und Feiertage gibt’s in diesem Beruf nicht. Um 22 Uhr ist dann mit etwas Glück Schluss. Aber das ist eher selten, denn zu tun gibts immer was.

 

Warum stehen die Wasserwannen eigentlich trotz Sommerhitze nie direkt bei den Schafen in der Umzäunung?

 

„Bei 500 Schafen könnts passieren, dass große Schafe unbeabsichtigt Jungtiere tot drücken, alles scho passiert“, erklärt Hemut. „Und auf einem Kleeacker gibt’s gar kein Wasser. Der Klee mit seinem vielen Eiweiß und dann das Trinkwasser, des würd dazu führen, dass sich die Mägen so aufblähen, dass es die Schafe innerhalb weniger Minuten quasi innerlich zerreißn dad!“

 

 

Die Weideplätze sind von der Gemeinde gepachtet. Manchmal tun die Karls auch einem BIO-Bauern einen Gefallen, der selber grad nicht mähen kann. „ Die freuen sich über den natürlichen Dünger. Den gibst dann umsonst von den Schafen.  Einmal ist ein anderer Schäferkollege eingeschlafen. Seine Herde hat dann die völlig falsche Wiese zamgfressen!“, erzählt Junior. Der Bauer hatte Humor und meinte nur:“ I wollt eh erst im Spätsommer wieder mahn.“

 

Die Karls haben mehrere Schäferhunde und die lernen auch nach Jahren immer noch hinzu. Aber Kommandos wie Geh raus, geh am Rand, pass da auf, bleib draußen, steh……das muss sitzen. Nicht jeder Vierbeiner ist ein guter Schüler, aber bleiben dürfen sie alle.

 

 

 

 

Trotz Arbeit, die einen manchmal an den Rand der Erschöpfung bringt, die Karls würden es allesamt genauso wieder tun!

 

Was ist so besonders am Beruf Schäfer?

 

Man sieht noch die ganz einfachen Dinge, deren Wert die Menschen langsam vergessen, so Helmut Senior: „Die Ruh da heraußn, Du hörst nur die Vögel pfeiffen, den Wind und sonst nix. Du, die Natur und die Schof!“ Anna fügt hinzu: „Wennst mit der Herdn unterwegs bist, des bringt oan runter vom Stress, des is unbezahlbar! Es is auch eine schöne Zeit. Die mecht man et missen.“

Und Helmut Junior lacht: „Du musst krank sein, dass Du des machst“, haben Kumpels schon gesagt. Aber mir sans oafach ans Herz gwachsn, die Viecherln.“

 

 

Karl Senior ist inzwischen in Rente, lässt es sich aber nicht nehmen, immer mal wieder den Tag mit den Schafen zu verbringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ohne die Vierbeiner geht gar nichts. Zwei sind immer mindestens dabei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frisch vom Scheren:

Ein Knochenjob! 500 Schafe, jeden Tag

10 Tiere, die bei dieser Gelegenheit gleich auch die Klauen geschnitten bekommen und entwurmt werden.

 

 

 

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