Gesund

in der Region

Conny Trumann (Bezzel), Toni Lauerer privat, , Stock-Asso/Shutterstock

 

GESUNDHEIT - WELLNESS - LIFESTYLE

Dass die schönste Zeit die Jugendzeit ist, ist allgemein bekannt. Und dass seine Jugend in den 70er Jahren die allerschönste war, davon ist Toni Lauerer hundertprozentig überzeugt. In seinem neuen Buch entführt uns der Bestsellerautor genau in diese bunte und unbeschwerte Zeit, in der letztmals ein Leben ohne PC und Handy möglich war, in dem Status Quo und Suzi Quatro, aber auch Vicky Leandros und Chris Roberts die Hitparaden anführten!

 

Blumen, Bulli, Bumskopfsemmel

 

Einen exklusiven ersten Vorgeschmack auf das neueste Buch von Toni Lauerer, das es ab

20.  Oktober im Handel gibt, bekommen wir schon heute und hier in GESUND in der Region.

 

 

Toni Lauerer wollte schon immer mal seine Erlebnisse aus dieser Zeit zu Papier bringen: „Im neuen Buch steht – fast – alles drin, meine Erlebnisse, meine Sehnsüchte, meine Vorlieben und meine Erfahrungen in den glorreichen 70er Jahren, in denen ich meine Jugend verbringen durfte. Dafür bin ich heute noch dankbar, denn rückblickend war es eine „geile“ Zeit. Nur alle Namen habe ich natürlich abgeändert! Nicht, dass sich jemand wiedererkennt!“

 

Negative Erlebnisse gibt es wenige in seiner Jugend. „Möglicherweise hat sie mich ein gnädiges Schicksal auch vergessen lassen, skandalöse Eskapaden wüsste ich gar keine, mal abgesehen von einigen Bieren oder ‚Rüscherln‘ zu viel in leichtsinniger, teils auch euphorischer jugendlicher Stimmung.  Meistens allerdings, um die Unsicherheit dem schöneren Geschlecht gegenüber abzufedern, ehrlich gesagt!  Andere Rauschmittel zur Bewusstseinserweiterung habe ich nie benötigt, mein Bewusstsein ist bis heute weit genug! Wir tauchen miteinander ein in die glorreiche Ära von Bravo, Sweet, Slade, Bay City Rollers (diese nur für kreischende Mädchen!), Led Zeppelin (diese nur für harte Jungs), samstäglichen Tanzveranstaltungen, langen Haaren, Cordhosen, verräucherten Wirtshäusern, VW Sciroccos mit Front- und Heckspoiler und vielem mehr!

 

Alle, die meiner Generation angehören, mögen sich gemeinsam mit mir erinnern – alle, die älter sind, mögen weiterhin denken, dass nur sie, die wahren Rocker und Revoluzzer waren - und alle die jünger sind, mögen die überraschende und fast unglaubliche Erfahrung machen, dass ein Leben ohne Handy und Tattoo nicht nur möglich, sondern sogar richtig schön sein konnte und kann! Und lustig!“

 

TONI LAUERER
SPASSBREMSE DR. SOMMER

 

Handy, App, Facebook, Instagram, Twitter, TikTok – in den 70er Jahren komplett unbekannte Buchstabenkombinationen! Wörter wären es aus damaliger Sicht sowieso nicht gewesen!

Nun sorgen diese neuzeitlichen digitalen Segnungen (Segnungen? Ha-ha-ha) dafür, dass bereits die vorpubertierende Jugend Bescheid weiß, wie der Hase läuft auf dem Gebiet der zwischenmenschlichen Beziehungen bis hin zur Vermehrung auf natürlichem Wege. Und zwar in Wort und besonders auch in Bild!

Von solchen mehr oder weniger hilfreichen Gebrauchsanleitungen konnte man als Teenager in den 70ern nur träumen, was man, zumindest ich, auch tat. Und weil die damalige Elterngeneration noch relativ verklemmt war, ließ auch von dieser Seite die sexuelle Aufklärung zu wünschen übrig. Die Eltern wollten sich mit derlei ekligen Dingen nicht auseinandersetzen!

Ich erinnere mich an eine fortschrittliche junge Mutter, die auf einer Bank im Park ihr Kind stillte, was von älteren Passanten mit einem angewiderten „ja pfui Deifl, alls hängt herausen“ kommentiert wurde. Traurig, aber wahr!

Auch in der Schule wurde das Thema sehr schnell ad acta gelegt, zumindest in unserer Klasse, die zu meinem Bedauern bis zur Jahrgangsstufe neun eine reine Knabenklasse war, was die Ungezwungenheit gegenüber dem anderen Geschlecht sehr erschwerte.

Und zwar wurde die Aufklärung in Sachen Intimitäten deshalb sehr schnell beendet, weil unseren Biologielehrer unser infantiles Gehabe dermaßen erzürnte, dass er den Themenbereich „Geschlechtliche Liebe und Sexualität“ mit den frustrierten Worten: „Seids ihr kindische Deppen, dann machts doch, was ihr wollts, i klär euch nimmer auf! Irgendwann wird eine ungewollt schwanger von einem von euch Deppen, aber das ist mir dann auch wurscht! Machma weiter mit dem Thema ‚Pilze in Wald und Wiese‘!“

Was war der Grund gewesen für seinen Grant?

Ein eigentlich banaler! Einer unserer Mitschüler, klein an Wuchs und noch kleiner an gebotener Ernsthaftigkeit, war beauftragt worden, das Kapitel „Der Geschlechtsakt zwischen Mann und Frau“ laut vorzulesen. Bereits nach wenigen Sekunden standen die an sich harmlosen, aber damals sprengstoffhaltigen Worte „das versteifte Glied des Mannes“ im Biologiebuch. Das war zu viel für meinen mit wenig Selbstbeherrschung gesegneten Klassenkameraden: In einem explosionsartiegn Lachanfall prustete er los und die ganze Klasse stimmte begeistert und irgendwie befreit in das Gelächter ein.

Damit war das Thema Aufklärung abrupt beendet und wir alle wären verurteilt gewesen, dumm zu sterben, hätte es da nicht einen Mann namens „Dr. Sommer“ gegeben!

Dieser hatte eine zweiseitige Kolumne in der Jugendzeitschrift „BRAVO“, die damals jede/r las, um zu wissen, ob in der Hitparade Sweet mit „Co-Co“, T. Rex mit „Hot Love“ oder Peter Alexander mit „Feierabend“ vorne lagen.

Aber nicht nur das, man wollte natürlich auch und vor allem erfahren, wie man beim anderen Geschlecht landen konnte. Man war zwar erst knapp 15 Jahre alt, ahnte aber schon, dass es außer Fußball, Schafkopfen und Radfahren noch irgendetwas geben müsse, das auch Spaß macht und wozu man ein Mädchen benötigte.

Niemand wusste, wie Dr. Sommer aussah und ob er weiblich oder männlich oder sonstwas war, ich tippte immer auf einen Mann. Es gab allerdings auch böse Zungen, die behaupteten, er sei ein Phantom und in echt gar nicht existent, aber das war egal, denn: Er wusste auch auf die schwierigsten, peinlichsten und abartigsten Fragen eine Antwort!

Ein Knabe namens Oliver hatte einmal an den genialen Doktor geschrieben, dass das attraktive Nachbarmädchen unsterblich in ihn verliebt sei, dies aber nicht wisse. „Was soll ich tun, damit sie es endlich weiß“, war seine verzweifelte Frage. Ein Volldepp praktisch!

Aber auch für solche Querdenker (damals hatte dieses Wort noch eine völlig andere und harmlose Bedeutung!), wusste Dr. Sommer eine akzeptable Antwort! Soweit ich mich erinnern kann, riet er dem ratlosen Oliver, den Zustand des Nicht-Bewusst-Begehrt-Werdens zu genießen und gegenüber dem Nachbarmädchen zu schweigen. Denn wenn er es anspräche, wäre der ganze Zauber der knisternden Spannung zwischen ihnen beiden verflogen. Bestimmt würde sich einmal ein anderes Mädchen in ihn verlieben und diese Dame würde es dann auch merken, dass sie ihn liebe und dann würde es traumhaft werden. Er solle die Geduld nicht verlieren, denn immerhin sei er erst elf!

Grundsätzlich haben wir diese Fragen und Antworten immer gern gelesen, oft auch belacht, denn es beruhigt ungemein, wenn man dankbar bemerkt, dass man nicht der einzige Idiot auf der ganzen Welt ist!

Doch eines Tages führte die Kolumne von Dr. Sommer sowohl bei mir als auch bei meinen Kumpeln zu großer Frustration, fast schon zu Zorn und Verzweiflung. Vor allem aber führte sie zu einem totalen Einbruch unseres ohnehin kläglichen Selbstbewusstseins!

Was war geschehen?

Wir hatten uns in unserem Baumhaus versammelt, um das soeben neu erschienene „BRAVO“ gemeinsam zu lesen und zu analysieren. Ich weiß, eigentlich heißt es „die“ BRAVO, aber für uns war die Zeitschrift aus welchen Gründen auch immer geschlechtlich neutral.

Also, wir saßen im Baumhaus, hatten illegalerweise (wir waren erst 15!) einen Kasten Bier dabei und eine Schachtel „Lord extra“, eine damals gebräuchliche Zigarettenmarke.

Nach kurzer Sichtung der musikalischen Top 10 ging es zur Rubrik des weisen und verständnisvollen Dr. Sommer, noch waren wir in guter Stimmung!

Sepp, einer meiner Klassenkameraden und Freunde, las vor, wir anderen drei lauschten.

Ein gewisser Gottfried (was für ein Name!) hatte folgende Frage: „Ab wann soll man mit einem Mädchen etwas haben, damit man nicht übrig bleibt?“ Er hatte tatsächlich das Wort „übrigbleiben“ verwendet! Welch ein Knallkopf!

Jedoch, das war eine Frage, die uns natürlich alle beschäftigte und wir drängten unseren Kumpel: „Sepp, les weida! Dassma wissen, wann‘s Zeit wird mit de Weiber!“

Und Sepp las weiter! Eingangs seiner Antwort erging sich Dr. Sommer in allgemeinen Bemerkungen. Er wies darauf hin, dass die Liebe meist unerwartet und wie eine frische Sommerbrise  (fanden wir angesichts seines Namens Dr. Sommer voll lustig) in das Leben tritt und man nichts erzwingen solle, einen zeitlichen Fahrplan gäbe es schon zweimal nicht!

Mit dieser vagen Hoffnung konnten wir wenig anfangen, wir hofften auf Konkreteres.

Und das kam! Eine bundesweite Statistik, so Dr. Sommer, zeige, dass erste geschlechtliche Kontakte, „Petting“ genannt, in Deutschland im Durchschnitt mit 14 Jahren erfolgten, der erste Geschlechtsverkehr im Durchschnitt (!) mit knapp 16 Jahren!

Mit knapp 16!!! Mit knapp 16??? Und mit 14 schon erste Schweinereien???

Ungläubig und schockiert blickten wir uns an. Abgesehen davon, dass die Petting-Phase unverrichteter Dinge längst vorbei war, waren wir alle bald 16! Und keiner von uns sah nicht einmal am entferntesten Horizont ein weibliches Wesen, das ihn hoffen ließ, den Durchschnitt für den ersten Geschlechtsverkehr zu schaffen. Außer mit dem Mofa hatten wir bisher an keinerlei Verkehr teilgenommen! Und unser Kontakt zum anderen Geschlecht hatte maximal darin bestanden, dass wir auf dem Pausenhof albern kichernd hinter Mädchen in Miniröcken oder Hot Pants hergegangen waren und errötend das Weite gesucht hatten, wenn sie sich umdrehten.

Wie immer man dieses Verhalten auch nennen mag, mit Geschlechtsverkehr hatte es nichts zu tun...

 

 

Wie´s weitergeht, erfahren Sie ab Mitte Oktober

in BLUMEN, BULLI, BUMSKOPFSEMMEL,

dem neuen Buch von Toni Lauerer

 

Fotos: Toni Lauerer privat

 

 

Gewinnen Sie eines von 3 Hörbüchern handsigniert!

 

 

 

AUSDRUCK ALS PDF

 

 

© Ostbayern Verlag     Impressum     Datenschutz