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Olga Vorobeva - AdobeStock; Titelfoto: Panta Managment GmbH; bohlen-eventim presse

 

GESUNDHEIT - WELLNESS - LIFESTYLE

Süßen ohne Reue ?

Süße Alternativen und ihre Vor- und Nachteile

 

In Deutschland wird gerne süß gegessen. Vor allem der „raffinierte Zucker“, z. B. gewonnen aus Zuckerrohr, das technisch so bearbeitet wird, bis am Ende hochkonzentrierte Zuckerkristalle dabei herauskommen, scheint beliebt. Empfohlen sind 25–50 Gramm täglich, statistisch gesehen hat im Jahr 2020 jedoch jeder von uns täglich über 90 Gramm Zucker zu sich genommen! Das sind ganze 34 Kilogramm im Jahr, und das ist ganz klar zu viel! Auch wenn unser Gehirn und andere Organe  Glukose, auch Traubenzucker genannt, brauchen, um gut zu funktionieren – wir benötigen keinen zusätzlichen Zucker. Die notwendige Menge produziert unser Körper aus vielen Nahrungsmitteln selbst, zum Beispiel aus Brot, Kartoffeln oder Getreide.

 

Sind synthetisch hergestellte Süßstoffe eine gute Alternative, wenn man’s gerne süßer mag? Na ja … eine Studie der Ruskin University hat zum Beispiel ergeben, dass chemisch hergestellte Süßungsmittel wie Aspartam die Schicht von Bakterien, die den Darm unterstützt, beeinflussen und somit die Darmflora verändern.

 

Süßstoff – nicht immer hilfreich beim Abnehmen.

 

Studien eines Forscherteams in Zusammenarbeit mit der Yale University zeigten bereits vor Jahren, dass z. B. Zero- und Lightprodukte zwar kalorienarm sind, der Körper aber durch die fehlende Energie verwirrt wird und nach mehr Nährstoffen verlangt. Letztendlich nahmen die Probanden sogar zu.

Statt auf Zuckeraustauschstoffe zu bauen, ist es sinnvoller, auf Lebensmittel mit natürlicher Süße zu setzen und weniger gesüßte Produkte zu konsumieren. Auch wenn Zuckerersatzstoffe den Blutzucker nicht ansteigen lassen, befeuern sie die Lust auf Süßes – und machen dadurch nur noch empfänglicher für süße Verlockungen. Fazit: Auch hier gilt wie bei so vielen anderen Dingen: in Maßen genießen ...

 

Natürlicher Zuckerersatz

 

 

AGAVENDICKSAFT

 

Der Saft der Agave war schon bei den Azteken Nahrung und Heilmittel und ist heute eine gute Zuckeralternative, weil der Agavensaft im Vergleich zu raffiniertem Zucker sehr viel mehr gesunde Begleitstoffe, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe und Spurenelemente enthält und eine höhere Süßkraft und weniger Kalorien als weißer Zucker hat.

 

Stevia

 

wird hergestellt aus der Steviapflanze, ist kalorienfrei, zahnfreundlich und für Diabetiker geeignet.

Stevia ist bis zu 450-mal süßer als Haushaltszucker.

Gut geeignet für: Smoothies, Shakes, Desserts, Heißgetränke.  Stevia-Mischungen eignen sich auch gut zum Backen. Nachteil: Stevia bekommt in größeren Mengen einen leicht metallenen, bitteren Nachgeschmack. Die Glycoside haben zwar einen natürlichen Ursprung, werden jedoch chemisch verarbeitet.

 

Erythrit

 

Hergestellt aus Mais, Weizen oder Traubenzucker, hat es 70 % der Süßkraft von Haushaltszucker.

Es lässt sich beim Backen ähnlich wie Zucker verwenden, ist kalorienarm, zahnfreundlich und für Diabetiker geeignet. Nachteil: Erythrit kann in größeren Mengen Durchfall oder Blähungen auslösen.

 

BIRKENZUCKER

 

wird hergestellt z.B. aus Mais oder Holz, ist kalorienarm, zahnfreundlich, für Diabetiker geeignet

und ersetzt Haushaltszucker 1:1. Gut geeignet für: Backen, Kochen, Heißgetränke

Nachteil: kann zu Blähungen und Durchfall führen.

 

Achtung: Für Hunde und einige andere Tierarten ist Birkenzucker hochgiftig! Lassen Sie Ihr Haustier also keinesfalls von mit Xylit gesüßten Lebensmitteln naschen.

 

Datteln oder andere Trockenfrüchte

 

eignen sich gut zum Backen, für Suppen, Soßen, Shakes & Smoothies.

Wegen ihres hohen Ballaststoffgehalts lassen sie den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen.

Nachteile: Eigengeschmack; kann die Zähne angreifen.

 

Honig

 

besteht aus Frucht- und Traubenzucker sowie Wasser, enthält aber auch Enzyme, Mineralstoffe und Vitamine. Er lässt den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen.

Nachteil: Er hat fast so viele Kalorien wie Haushaltszucker. Vitamine und Mineralstoffe gehen beim Erhitzen über 40 °C leider verloren.

 

Viele Eltern wollen ihre Kinder gerne möglichst zuckerfrei ernähren. Honig ist für Kinder unter zwei Jahren allerdings nicht geeignet, denn er kann in seltenen Fällen unabhängig von Qualität und Sorte das Bakterium „Clostridium botulinum“ enthalten. Bei Säuglingen kann er sich in der noch unausgereiften Darmflora ansiedeln und Gifte freisetzen.

 

Kokosblütenzucker

 

wird aus dem Nektar der Blüten der Kokospalme hergestellt und ersetzt Haushaltszucker 1:1, ist weniger süß und hat einen feinen Karamellgeschmack. Gut geeignet zum Backen und Kochen. Nachteil: hoher Preis.

 

 

Für eine hochwertige Ernährung sollte man beim Süßen von Lebensmitteln auf Bio-Produkte setzen und auf möglichst naturbelassene Alternativen zurückgreifen.

 

Laktose, Saccharose, Glukose

- Zucker heißt nicht immer Zucker

 

Es ist beim Einkauf nicht immer einfach zu erkennen, ob ein Produkt tatsächlich Zucker enthält. Lebensmittelhersteller dürfen mehr als 60 verschiedene Bezeichnungen für Zucker auf der Packung  angeben. Stehen etwa Maltodextrin, Fruktose, Pflanzensirup oder Dicksäfte auf der Liste der Inhaltsstoffe, ist vielen Menschen nicht klar, dass es sich hierbei um eine Form von Zucker handelt.

 

Wie ungesund ist Zucker wirklich und was passiert in unserem Körper, wenn wir zu viel davon essen?

 

Damit beschäftigt sich auch die beliebte WDR-Sendung Quarks im Ersten und kam zu überraschenden Ergebnissen. Die ganze Sendung noch bis 10.02.2027 in der ARD Mediathek.

 

 

 

 

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