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Foto: MarinCa- shutterstock.com

Titelfoto: KatharinaBaumann

Mit nur einer Verordnung hat man bundesweit schon mal eine gesetzliche Grundlage geschaffen, um die unkontrollierte Vermehrung von Katzen etwas einzudämmen. Bei bundesweit nahezu 800 Kommunen steht Bayern mit lediglich zwei Gemeinden – Dachau und Pfaffenhofen – bei der Kastrationspflicht allerdings immer noch ziemlich ärmlich da.

 

 

Babys sind süß. Alle. Tierbabys machen hier keine Ausnahme und so sind natürlich auch tapsige Katzenjunge der Liebling vieler Tierfreunde. Anders stellt sich die Situation dann dar, wenn Tierkinder nicht gewollt, eventuell krank sind und von den Besitzern sich selber überlassen werden. Die Tiere landen dann im günstigsten Fall im nächsten Tierheim oder werden einfach „entsorgt“.

Das erlebt Christine Hirschberger vom Tierheim Regensburg leider immer noch alle Jahre wieder: „Jeden Sommer die gleiche Situation. Sobald die Besitzer der Katzen die ersten Jungen an Verwandte, Bekannte und Freunde ‘verteilt’ haben, landet der Rest des Wurfs nicht selten bei uns im Tierheim.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinzu kommen die Katzenjungen, um die sich niemand kümmert, z. B. auf Bauernhöfen. Hier gibt es aber laut Christine Hirschberger längst nicht mehr nur Landwirte, die sagen, eine Katze ist kein Nutztier und soll selber schauen, wo sie bleibt. „Es gibt inzwischen auch Bauern, die lassen ihre Katzen kastrieren. Die Nachkommen der anderen wild lebenden Tiere  landen dann allerdings teils abgemagert, mit Katzenschnupfen, verklebten Augen oder Flöhen im Fell wieder hier im Tierheim. Wir versuchen, alle irgendwie aufzupäppeln, aber natürlich überleben nicht alle Kätzchen.“

 

Diese immer wiederkehrende Katzenschwemme und die daraus entstehende Verantwortung für die Tiere beansprucht die Tierheime überdurchschnittlich hoch. Dies bedeutet nicht nur viel Leid, sondern ist auch mit hohen Kosten verbunden. Der zeitliche und personelle Aufwand ist hierbei noch nicht mal berücksichtigt.

 

Nicht immer stößt der Appell zur Kastration bei den Haltern auf offene Ohren. Vorurteile, dass „jedes Weibchen einmal werfen sollte“ oder dass „unkastrierte Katzen bessere Mäusefänger sind“, lassen sich nach wie vor nicht gänzlich aus der Welt schaffen.

 

Dr. Martina Löffelmann aus Cham erklärt: „In der Natur der Sache liegt es, dass Weibchen jeweils 4 – 6 Junge, zwei- bis dreimal im Jahr bekommen. So kann man sich ausrechnen, wie viele Kitten (Begriff für sehr junge Katzen) das jedes Jahr sind! Auch ich habe solche kleinen Katzen bei mir in der Praxis und denke mir immer wieder, das müsste alles nicht sein, wenn die Besitzer etwas vernünftiger und verantwortungsvoller denken würden.“

 

 

 

 

 

 

Fachleute und Tierschützer sind sich längst einig. Die dauerhafte Lösung des Problems liegt in der Kastrationspflicht. Auch der Deutsche Tierschutzbund ist für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht. Dr. Martina Löffelmann: „Anhand eines von Tierärzten implantierten Chips und anschließender kostenloser Registrierung bei einem Haustierregister - wie z. B. Tasso - durch den Halter, schützt er im Vermisstenfall sein Tier. Bei Auffinden eines gechipten Tieres kann bei Tierärzten und in Tierheimen der Chip ausgelesen und der registrierte Besitzer verständigt werden. So landen die Ausreißer meist nach kurzer Zeit wieder in ihrem Zuhause.“

 

Anders ist es bei den wildlebenden Katzen. Die haben kein Zuhause und müssen ums Überleben kämpfen.  Das ist für sie, aber auch für Hauskatzen nicht ungefährlich.

Wenn sich Katzen in Bayern mehr als 300 Meter von bewohntem Gebiet entfernen, dürfen Jäger sie im Rahmen des sogenannten Jagdschutzes töten. Es ist höchste Zeit, endlich auch im Freistaat mit humaneren Methoden für weniger Katzen in der Natur zu sorgen.

 

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