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Titelfoto: KatharinaBaumann

In diese Situation kann jeder von uns völlig unerwartet geraten: Vor unseren Augen sackt ein Mensch plötzlich zusammen und braucht dringend unsere Hilfe. Ersthilfe, bei der Sekunden über Leben und Tod entscheiden können, auch in diesen Zeiten

LEBEN RETTEN

in Zeiten von Corona

Wie wichtig schnelle Erste Hilfe ist, zeigen Zahlen: In Deutschland erleiden nach Angaben des Deutschen Reanimationsregisters jährlich mehr als 50.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses, 60 Prozent dieser Fälle treten zu Hause auf. Nur zehn Prozent aller Betroffenen überleben.

 

Das Einzige,

was man falsch machen kann,

ist, nichts zu machen!

 

 

Ein Satz, den man immer wieder hört. Verständlich aber, dass man sich derzeit auch Sorgen über eine eventuelle Ansteckung mit dem Coronavirus macht. „Ersthelferinnen und Ersthelfer sollten nur einige Hygienemaßnahmen beachten“, betont Martina Vogl, die Leiterin des Malteser Hilfsdienstes in Cham. „Eine Atemspende, also Mund-zu Mund/Nase-Beatmung sollte bei Erwachsenen bei unklarer Corona-Infektionslage nicht durchgeführt werden,“ so Martina Vogl. „Hier genügt dann die Herzdruckmassage.“

Nadine Gschwendtner leitet bei den Maltesern im Landkreis Cham die Abteilung Ausbildung und weiß, dass es ziemlich leicht ist, Anzeichen für einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen. „Betroffene bewegen sich nicht mehr und reagieren nicht auf laute Ansprache oder Rütteln an den Schultern. Ihr Atem ist unregelmäßig, sehr langsam oder gar nicht mehr vorhanden. Jetzt zählt jede Sekunde! Doch leider trauen sich immer noch viele Menschen aus Unsicherheit nicht, mit der lebensrettenden Reanimation zu beginnen. Bei den Laien sind es nur ca. 40 Prozent, die sofort Erste Hilfe leisten.“

Dabei kann auch eine sofortige Herzdruckmassage Leben retten: „Die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand können mit einem schnellen Eingreifen verdoppelt oder sogar verdreifacht werden. Zeit ist kostbar, denn das Gehirn beginnt bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Blutfluss zu sterben.“

 

Doch Helfer befinden sich dann in einer außergewöhnlichen Stress-Situation und manchmal fragt man sich plötzlich …wie war das nochmal mit dieser Herzdruckmassage?

 

Die optimale Frequenz sind 100 bis 120 Mal pro Minute. Eine gute Hilfe sind dabei tatsächlich Lieder, die rund 100 bpm (Beats pro Minute) haben – zum Beispiel ‚Stayin Alive‘ von den Bee Gees oder ‚Atemlos‘ von Helene Fischer.

 

Zugegeben: Es mag etwas bizarr wirken, wenn jemand einen Menschen wiederbelebt und dabei  „Atemlos“ von Helene Fischer trällert. Aber letztlich zählt ja der Erfolg. Und ehrlich, gibt es Schöneres als das Bewusstsein, man hat jemandem das Leben gerettet?

Unser Tipp: Frischen Sie Ihre Erste-Hilfe Kenntnisse auf! Damit Sie bestens vorbereitet sind, wenn auch Sie einmal unvermittelt zum Ersthelfer werden, gibt es das ganze Jahr über Erste Hilfe Lehrgänge, z. B. für Führerscheinanwärter der Klasse C und D, Sportübungsleiter oder Ersthelfer in Betrieben. Sogar spezielle Kurse zur Ersten Hilfe bei Kindern oder für Motorradfahrer werden angeboten.  Auch die Frühdefibrillation ist Bestandteil eines jeden Kurses.

 

 

Alle Termine und Informationen zu den einzelnen Angeboten gibt es unter

Tel.: 0 99 71/ 89 74 021 oder bei ausbildung.cham@malteser.org

Anmeldungen online: www.malteser-kurse.de

 

ÖFFENTLICHE DEFRIBILLATOREN

 

In den vergangenen Jahren wurden fast alle Städte mit sog. automatisierten externen Defibrillatoren (AED) ausgestattet. Sie können bei einem Kollaps selbständig das EKG messen und eine Intervention vorschlagen. Bei Kammerflimmern z.B. geben sie einen Schock ab, bei einem Herzstillstand empfehlen sie eine manuelle Herzdruckmassage. Liegt ein Herzproblem vor, zeigt der ADS dies ebenfalls an.

 

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