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Titelfoto: Mathias Neubauer

Wo leben die glücklichsten Menschen der Welt? In Finnland. Die Finnen stehen heuer wieder an der Spitze des Glücks-Reports, übrigens zum vierten Mal in Folge, obwohl 2021 im Schatten von Corona steht. Aber sind die Menschen dort wirklich glücklicher als anderswo? Tatsächlich handelt es sich bei den Bewertungskriterien nicht um persönliche Befragungen sondern um Parameter, von der Obrigkeit bestimmt. Größtenteils konzentriert man sich dabei auf den sozialen Zusammenhalt, das Bruttoinlandsprodukt, die freie Entfaltung der Persönlichkeit, eine gesunde Lebenserwartung usw.

Wir Deutschen landen bei dieser Erhebung diesmal auf Platz 7. Frankreich bildet das Schlusslicht. Kann das sein? Ausgerechnet die Franzosen, die Genießer mit einem Glas Rotwein in der Hand, l’amour und das süße Leben im Schatten des Eiffelturms? Vielleicht weil Glück von viel mehr abhängt,  etwas viel Persönlicheres ist! Es kommt darauf an, wie man Glück definiert. Die Bedürfnisse eines jeden Einzelnen spielen eine Rolle, genauso die persönliche Sicht auf die Lebensumstände. Wann und wodurch fühlt man sich glücklich? Fakt ist: Negatives Denken hat eine schädliche Wirkung auf uns selbst und auf unser Umfeld. Optimistische Gedanken dagegen fördern positive Emotionen und wirken sich sogar günstig auf unser Immunsystem sowie auf unsere mentale und körperliche Verfassung aus.

 

 

Jeder ist seines Glückes Schmied.

Vielleicht steckt in diesem alten Spruch mehr Weisheit als gedacht.

 

Wie kann man glücklich sein lernen?

 

Glück ist machbar und Zufriedenheit spielt eine große Rolle. Wir wissen längst: Geld allein macht nicht glücklich. Aber was macht mich glücklich? Diese Frage muss jeder für sich beantworten. Das kann die Beziehung genauso sein wie das Hobby, der Sport oder die Arbeit, wenn man sie mit Freude ausübt. Wer sein Hobby zum Beruf macht, muss nie mehr arbeiten. Glücksmomente können  die Momente mit Kindern oder Enkelkindern sein, der Radlausflug oder die Zeit mit dem Hund in der Natur. Was macht mich glücklich? Wenn man sich diese Frage stellt, werden die persönlichen Glücksfaktoren deutlich und wenn man dann in diese Glücksfaktoren investiert, wird das Glück mehr und man kann Menschen, die vielleicht gerade nicht so glücklich sind, sogar etwas von der positiven Einstellung abgeben. Glück ist das Einzige, das mehr wird, wenn man es teilt.

Sekundenglück ist der Titel eines Songs von Herbert Grönemeyer. „Und du denkst, dein Herz schwappt dir über- fühlst dich vom Sentiment überschwemmt. Es sind die einzigartigen tausendstel Momente. Das ist, was man Sekundenglück nennt“. Sein „Sekundenglück“ ist eine Besinnung auf großes Glück, das man im Kleinen erleben kann. Wenn wir darüber nachdenken, werden wir feststellen: Es sind oft kleine Dinge, an die man sich gerne erinnert, von denen man immer wieder gerne erzählt, die ein Glücksgefühl hervorrufen.

Ein weiterer „Schlüssel zum Glück“ sind die eigenen Bedürfnisse. Sind sie zu hoch angesetzt, unerreichbar, wird man auf Dauer unzufrieden, unglücklich sein. Freut man sich dagegen an kleinen Erfolgen oder positiven Erlebnissen und macht man sich gleichzeitig bewusst, dass es anderen Menschen lange nicht so gut geht, wird man zufriedener sein und ausgeglichener.

 

 

 

Glück ist machbar.

 

Unter diesem Titel gibt es Bücher, Ratgeber, Vorträge und und und. Mit „glücklich sein“ lässt sich auch gut Geld verdienen. Bücher zur Persönlichkeitsentwicklung bringen in den USA jährlich ca. 1 Milliarde USD. Umsatz. MitAntidepressiva werden dort ca. 17 Milliarden USD. gemacht. Dabei ist die Sache mit dem Glücklich sein gar nicht so schwer  - eigentlich. Für eine Richtungsänderung bedarf es wie beim Glücksspiel eines gewissen Eigeneinsatzes, einer Art Training, mit dem man lernt, wie man in weniger schönen Phasen des Lebens die glücklichen Momente quasi abrufen kann, als Stütze, als Ausgleich. Positives Denken und Optimismus sind nachweislich gesund. Nur leider ist unser Gehirn durch unsere Ururururur-Ahnen ( die, die damals nur mit Fell bekleidet durch die Wildnis streiften und immer in „hab acht Stellung“ waren, damit sie nicht in den Rachen des Säbelzahn-Tigers stolperten) auf Vorsicht und Gefahrenerkennung programmiert. So überwiegen leider auch heute noch grundsätzlich die „negativen“ Gedanken im System. Obwohl man zum Beispiel ein bestimmtes Problem aktuell nicht lösen kann, denkt man im Lauf des Tages immer wieder daran und zieht sich dadurch selbst in eine negative Abwärtsspirale, die es gilt zu durchbrechen.

 

 

 

Der unbedingte Wille zu mehr Glücklichsein

 

WENN ICH JETZT KEIN PROBLEM HABE,

HABE ICH KEIN PROBLEM.

 

 

Genau diesen Satz muss man sich verinnerlichen. Aktuell geht es mir gut und das sollte ich genießen, vor allem, wenn ich negative Dinge jetzt gerade sowieso nicht ändern kann. Diese Einstellung ist elementar für einen ausgeglicheneren, einen glücklicheren Alltag. Jedoch bedarf es einer gewissen Selbstdisziplin, diese Einstellung auch dauerhaft zu verinnerlichen. Will man ein glücklicheres Leben führen, muss man daran arbeiten. Wenn der Wille zum Glück fehlt, werden uns auch die günstigsten Umstände keine Lebenszufriedenheit bringen, nicht richtig glücklich machen. Aber will man wirklich etwas ändern, will man sich in Zukunft glücklicher fühlen, dann kann man viel erreichen, indem man lernt, schöne Momente zu genießen, ohne sich dabei von negativen Gedanken stören zu lassen. Wenn das funktioniert, hat man viel geschafft. Und wenn man dann diese Denkweise versucht, alltäglich werden zu lassen, wird man letztendlich mit den gleichen Lebensumständen, demselben sozialen Umfeld und anderen fixen Gegebenheiten glücklicher sein und gesünder leben. Aber wie bei einem körperlichen Fitnessprogramm ist auch hier Konsequenz gefragt. Unser Gehirn, in dem unsere Glücksgefühle entstehen, wird nicht umsonst immer wieder mit einem Muskel verglichen. Es will trainiert werden. Viel Glück dabei!

 

 

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