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Titelfoto: Mathias Neubauer

Starkes Signal für den Tierschutz

 

Kükentöten wird verboten.

 

Was bedeutet das „Bruderhahn-Projekt“?

Jährlich wurden bisher in Deutschland etwa 45 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen in den Brütereien getötet. Die dürfen künftig leben. Aber was passiert mit diesen sogenannten Bruderhähnen? Wir fragen einen Mann, der schon lange sein Geld mit Hühnereiern verdient aber auch bekennender Tierfreund ist.

Franz Josef Kohl ist Chef bei BAVARIA-Ei und hat zur Zeit der Käfighaltung vor über 20 Jahren den ersten echten Freilandstall im Landkreis Kelheim gebaut, um seinen Hennen ein schöneres Leben zu ermöglichen.

 

Herr Kohl, eine schreckliche Vorstellung, wie Küken kurz nach dem Schlüpfen auf einem Laufband in den Schredder gehen.…

F.J. Kohl: Das mit dem Schreddern stimmt nicht ganz. Bereits seit den 60er Jahren ist dieses „Schreddern“ bei uns verboten. Aber natürlich ist jegliches Kükentöten in den Brütereien nicht hinnehmbar, ethisch nicht vertretbar. Die männlichen Geschwister der Legehennen, die keine Eier legen und sich auch nicht als Masthähnchen eignen, wurden bisher aus ökonomischen Gründen aussortiert. Ganz nutzlos waren sie jedoch auch nicht. Sie fanden Verwendung in Zoos und oder z. B. in Storchenauffangstationen oder Vogelparks als Futter.

Deutschland ist weltweit das erste Land, dass das Kükentöten verbietet.  Und nun sprechen immer mehr vom „Bruderhahn-Projekt“. Was bedeutet das?

F.J. Kohl: Für mich ist es eigentlich selbstverständlich, dass Hahn, Huhn und Ei zusammengehören, was für die Züchter im wirtschaftlichen Alltag nicht einfach ist. Auch sie leben in einer Marktwirtschaft, wo man z. B. preislich gegen die Mitbewerber bestehen muss. Für die männlichen Küken war in diesem System bisher kein Platz. Das ändert sich mit der Bruderhahn-Initiative. Die Hähne werden leben und nützlich sein. Es werden Produkte entwickelt, in denen ihr Fleisch Verwendung findet und sie werden - richtig gefüttert - auch zum Festtagsbraten. Bis dahin sollte jeder Züchter versuchen, den Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Auch die Verbraucher sind ein wichtiger Teil des Projekts und können zu mehr Tierwohl beitragen. „Wenn eine vierköpfige Familie etwa zehn Eier in der Woche verbraucht, kann sie mit dem Genuss von zwei Festtags-Bruderhähnen im Jahr eine ausgeglichene Hahn-Henne-Ei-Bilanz ermöglichen“, rechnet die Bruderhahn-Initiative Deutschland (BID) vor.

Die Bruderhahn-Initiative bekommt immer mehr Unterstützung von Züchtern und Firmen, auch wenn das einen enormen Mehraufwand und entsprechend Kosten verursacht.

F.J. Kohl: Es ist allein schon eine Wissenschaft, bestes Futter für eine gesunde Gewichtszunahme zu finden. All diese Anstrengungen für den Bruderhahn, aber auch für Eier von glücklichen Hühnern und insgesamt für mehr Tierwohl bedeuten einen größeren Aufwand. Man muss die Freilaufflächen pflegen, reinigen usw. und benötigt hierfür genügend Leute. So kann man übrigens auch nicht immer davon ausgehen, dass kleinere Höfe auch eine bessere Haltung gewährleisten. Es kommt immer auf den Einsatz und die Einstellung der Betreiber an. Ich persönlich bin längst überzeugt, dieser Mehraufwand ist es wert. Letztlich kann der Kunde die ehrliche Ware dann auch guten Gewissens genießen. Wir bieten natürlich für jeden Geldbeutel Eier aus unserer Heimat, aber denken schon lange über die rein wirtschaftlichen Aspekte hinaus. Schon vor über 20 Jahren habe ich im Ort  Schwaben den ersten echten Freilauf-Legehennenstall im Lkr. Kelheim gebaut. Zwei weitere Standorte kamen in Beratzhausen dazu, in Gut Rauschhof z.B. hat Bavaria-Ei Hühnerställe in ökologischer BIO-Haltung. Wir leben vom Tier, also soll das Tier auch gut leben! sagt F.J. Kohl und weiter….

Wenn Menschen im Betrieb zufrieden sind, arbeiten sie schließlich auch mit mehr Freude. Meine glücklichen Hühner danken es mir und ich akzeptiere ihre Leistungsgrenzen. Es geht ihnen gut und – ehrlich - ich glaube, das schmeckt man auch beim Ei!

 

Bavaria-Ei beschäftigt sich ausschließlich mit dem Vertrieb von Eiern. Ihre Produkte gibt es u. a. auch in REWE-Märkten in der Region.

 

 www.bavaria-ei.de

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