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Titelfoto: Mathias Neubauer

Die meisten von uns kennen ihn als Trödel-Fachmann im Fernsehen. Seit 2013 sucht er in der Sendung „Bares für Rares“ Zuschauer mit Fundstücken aus Keller, Speicher oder Garage, die daraus bares Geld machen wollen. Aber auch als Fernsehkoch war er erfolgreich und mit Büchern wie „Keine Zeit für Arschlöcher“ oder „Hier bin ich Mensch“ hat er sich eine weitere Fangemeinde als Autor geschaffen. Sein neuestes Werk nennt er selbst  „…..ein sehr persönliches Buch voller Weisheit und Wärme – Augenzwinkern inklusive.“

 

Horst Lichter

 

Ich bin dann mal still

Meine Suche nach der Ruhe in mir

 

Den Wunsch nach Entschleunigung und Ruhe, nach einem Moment der Stille im stressigen Alltag, spüren wir alle immer öfter. Meditationsseminare boomen, Klöster öffnen ihre Türen für Menschen auf der Suche nach einer Auszeit von einer Welt, die ihnen alles abverlangt. Das Horst Lichter sich auf die Suche nach der Stille macht, verwundert dabei eigentlich nicht unbedingt. Er blickt auf ein bisher sehr bewegtes Leben. Nach einer Ausbildung zum Koch arbeitete er im Bergbau und - man glaubt es kaum - auf einem Schrottplatz. Schon in jungen Jahren erlitt er zwei Schlaganfälle und einen Herzinfarkt.

Zum Fernsehen kam Lichter eigentlich per Zufall, als ein TV-Team an einem Bericht über sein damals legendäres Restaurant „Oldiethek“ arbeitete. Als gelernter Mann am Herd lag es nahe, dass er sein Debüt als Fernsehkoch hatte und das schon mit einigem Erfolg. Nach dem Einsatz in diversen Kochsendungen wie z. B. „Lafer! Lichter! Lecker!“, die schon Millionen Zuschauer begeisterten, übernahm der passionierte Sammler 2013 dann die Moderation von „Bares für Rares“ im ZDF.

Das Konzept der Sendung denkbar einfach und perfekt für passionierten Sammler Horst Lichter. Zuschauer lassen ihre mitgebrachten Stücke zunächst schätzen und versuchen dann, sie möglichst gewinnbringend an einen der Händler zu veräußern. Dabei sind dem Moderator die Geschichten dahinter besonders wichtig. Bares für Rares wurde zum Glücksgriff für Lichter und bringt inzwischen regelmäßig neue Rekord-Einschaltquoten. Durch Bares für Rares ist die rheinische Frohnatur Horst Lichter der aktuell wohl beliebteste Fernsehmoderator Deutschlands geworden. Aber der Erfolg fordert gewaltig Engagement, Energie und viel Zeit. So hatte er nach sieben Jahren Trödelshow das Gefühl, an seine Grenzen gestoßen zu sein, erzählt der beliebte Fernsehmann in einem Interview mit der BUNTEN. Der Erfolg der Sendung war fürs Privatleben mit Ehefrau Nada alles andere als segensreich. Im Interview mit dem Magazin sagt Lichter: „Ich habe über 200 Tage im Hotel geschlafen, das war nicht einfach für uns.“ Und er ergänzt: „Das war eine innere Zerrissenheit, wir führten eine Ehe auf Besuch.“  Die beiden wollten ihre Beziehung nach gut 25 Jahren jedoch unbedingt retten, weshalb sie sich schließlich eine neue Wohnung in Job-Nähe gesucht hätten. „Das erste Mal in meinem Leben fahre ich morgens zur Arbeit und abends komme ich heim zu Frau und Pudel“, sagt Lichter. Für ihn sei dies „eine ganz wunderbare neue Lebenserfahrung“ und „die Bestätigung, dass unsere Liebe richtig ist“.

 

Horst Lichter kennt ihn also sehr gut, den Stress als ständigen Begleiter und die Sehnsucht nach einem Moment der Ruhe, nach einer Zeit des Innehaltens.

„Bares für Rares“ wurde für den Deutschen Fernsehpreis sowie den Adolf-Grimme-Preis nominiert, erhielt eine Goldene Kamera und 2019 den Deutschen Fernsehpreis. Und auch seine regelmäßigen Motorradtouren - Horst Lichter sucht das Glück - sind bei den Zuschauern sehr beliebt.

Aber bei so viel Erfolg - was bedeutet für ihn selbst Glück? „Wer nichts ausprobiert und mit geschlossenen Augen durch sein Leben geht, der wird auch nichts finden“, ist Lichter überzeugt. So wagt der redegewandte Publikumsliebling das Abenteuer „Still sein – Schweigen – nur für sich sein – hinter dicken Klostermauern“.

Was passiert mit dem Mann, der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat, wenn er plötzlich die Klappe hält? Ein spannendes Experiment, berührend und inspirierend mit einem Lichter, wie man ihn bisher wohl noch nicht erlebt hat.

In der Zeit vor seinem Klosteraufenthalt stellte sich Horst Lichter Fragen wie „Ist Meditation der Schlüssel zum Glück?“, oder „Was hat es eigentlich mit diesem Buddhismus auf sich?“ „Nach diesen stillen Tagen würde ich wohl vom dauergesprächsbereiten Medienmenschen zum `Dalai Lichter` mutieren“, beschreibt Lichter dann seine anfänglichen Erwartungen. „Ein Träumchen, ein Hämmerchen“.

 

Sommer in den Weinbergen: Horst Lichter begrüßte erst im Juli Raritätenbesitzer auf Schloss Johannisberg im Rheingau, unter ihnen auch Moderator Jörg Pilawa

 

Auf dem Weg ins Kloster hält Lichter noch einmal an einer Raststätte an und mampft „ …quasi als  Henkersmahlzeit - als Sinnbild unserer Schnell-schnell-Gesellschaft und letzte weltliche Amtshandlung -….“ einen Burger mit Pommes. Was er dann erlebt, „fernab von all dem sinnlosen Lärm, mit dem wir uns täglich bombardieren“?

 

Horst Lichter erzählt auf sympathische und humorvolle Weise, was passiert, wenn man plötzlich allein in seinem Kopf ist. Wenn die laute Welt durch die eigenen Gedanken ersetzt wird und von der Begegnung mit sich selbst. Davon, welche Fragen man sich selbst stellt und auch selbst beantworten muss. Er denkt darüber nach, was ihm selbst Glück bedeutet, was ihm wirklich wichtig ist, was ihn antreibt und was für ihn ein erfülltes Leben ausmacht. Er verrät den Lesern, was am Ende bleibt von dieser Erfahrung und wie es gelingt, seine innere Mitte zu bewahren, wenn man wieder zurück im Alltagsstress ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

»Ich war auch überrascht von den Ergebnissen dieser Suche nach der Ruhe in mir, das könnt ihr mir glauben. Ob ich weiser geworden bin, ob ich still sein kann, ob ich in Zukunft immer fündig werde, wenn ich meine innere Ruhe suche? Ich habe keine Ahnung. Ich hoffe es.«

Horst Lichter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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