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Titelfoto: Mathias Neubauer

IHR GUTES RECHT

 

Rechtsanwalt Dieter Schmid aus Hemau

ist seit 2018 auch Lehrbeauftragter für Recht und Gesundheitspolitik in Regensburg

 

„MEIN LETZTER WILLE…“

Wenn jemand durch ein Testament oder einen Erbvertrag bestimmt hat, wer ihn beerben soll,  überlagert dies die Vorschriften über die gesetzliche Erbfolge. Es erben also nur diejenigen, die im Testament erwähnt werden. Dennoch sind einige wichtige Punkte zu beachten, und ein Testament kann, wenn nicht die vorgeschriebene Form eingehalten wurde, sogar ungültig sein!

Rechtsanwalt Dieter Schmid: Ausgenommen vom im Testament bestimmten persönlichen Willen des Erblassers sind die sogenannten Pflichtteilsberechtigten, die nach dem Willen des Gesetzgebers nicht ganz übergangen werden können. Hierbei handelt es sich um den überlebenden Ehegatten sowie die Kinder und Kindeskinder des Erblassers. Sollten keine Abkömmlinge vorhanden sein, steht den Eltern des Erblassers ein Pflichtteil zu. Ein Pflichtteilsanspruch besteht regelmäßig in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Wenn der Erblasser kein Testament hinterlassen hat, wie ist dann die gesetzliche Erbfolge?

Trifft der Erblasser zu Lebzeiten keine Regelung, tritt die sogenannte gesetzliche Erbfolge ein. Es erben dann grundsätzlich nur Personen, die gemeinsame Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, aber auch noch entferntere gemeinsame Vorfahren haben, sowie adoptierte Kinder, die den leiblichen Kindern in der Regel gleichgestellt sind. Nicht erbberechtigt sind etwa verschwägerte Personen, wie z.B. Schwiegermutter, Schwiegersohn, usw.

Für Ehepartner gelten spezielle Regelungen!

Für Ehegatten besteht eine Ausnahme vom Grundsatz der Verwandtenerbfolge. Ihnen wird vom Gesetzgeber ein gesondertes Erbrecht eingeräumt. So ist der überlebende Ehegatte z.B. neben Abkömmlingen zu ¼ gesetzlicher Erbe. Haben die Eheleute im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt, so erhöht sich dieser Erbteil um ein weiteres Viertel. Dies bedeutet aber auch, dass der Ehegatte aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Erbfolge regelmäßig nicht mehr als ¾ des Nachlasses erben kann, solange beispielsweise noch ein Neffe des Erblassers lebt!

Gibt es ein gesetzliches Erbrecht für nicht verheiratete Partner?

Im Gegensatz zu Partnerinnen und Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die erbrechtlich den Ehegatten gleichgestellt sind, ist für andere Lebensgemeinschaften ein gesetzliches Erbrecht nicht vorgesehen. Wer seine Vermögensnachfolge also zu Lebzeiten regeln möchte, sollte sich zunächst einmal gut informieren, denn es ist oft nicht einfach, die passende Regelung zu treffen!

Das Testament richtig verfassen!

Für das Aufsetzen eines Testaments gilt es bestimmte Formerfordernisse zu beachten, andernfalls kann es sogar ungültig sein und es tritt wiederum die gesetzliche Erbfolge ein.

Das eigenhändige Testament muss z.B. grundsätzlich vollumfänglich handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Ehepaare dürfen auch ein gemeinschaftliches Testament verfassen. Natürlich kann auch ein öffentliches Testament bei einem Notar errichtet werden.

Digitaler Nachlass

Da die digitale Welt mittlerweile alltäglicher Bestandteil des Lebens geworden ist, empfiehlt es sich, auch  in diesem Bereich Vorsorge zu treffen. Somit wird den Erben ermöglicht, sich nach dem Tod des Erblassers möglichst schnell einen Überblick verschaffen zu können, welche Online-Dienste genutzt wurden und welche Regelungen dort für den Todesfall jeweils gelten. Dies ist umso wichtiger, wenn es sich um vermögensrelevante Daten handelt.

 

Rechtsanwaltskanzlei SCHMID

Gewerbering Ost 24, 93155 Hemau

Tel: 0 94 91 / 90 23 01 • www.kanzlei-hemau.de

 

 

 

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