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GESUNDHEIT - WELLNESS - LIFESTYLE

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Titelfoto: Tobias Schult

 

Fitness-Studio - nichts für Sie? Hab ich auch immer gedacht, ehrlich! Und dann hab ich, mehr zufällig entdeckt, dass es auch ganz anders geht. Ganzheitlich wird der Mensch betreut in einem neuen FitnessClub. Hab ich alles quasi aus erster Hand erfahren durch einen Zufall und aus allererster Hand, und bin mir dann erst mal richtig blöd vorgekommen. Und glauben Sie´s oder nicht: Ich pack´s an und zwar mit richtig Spaß an der Sache.

Ein Sportmuffel auf Abwegen

 

Ich sitz in meiner Lieblingsbäckerei beim Altmann und schlürf meinen Kaffee. Nebenbei blättere ich in einem Gesundheitsmagazin. Nicht weil ich krank bin, weil nichts anderes zu lesen da ist. Lustig, das Heft, stell ich fest. …Womit werden Fußbälle bemalt? Mit Ballack!...Ich verschluck mich an meinem Kaffee und keuch zur Verkäuferin rüber: Du Mayerin! Scho glesn? Stiftung Warentest hat Besteck getestet. S´ Messer hat am besten abgschnittn!“  Ihr fällt das Nusshörndl aus der Hand.

 

Der Wohlfühl-Club für ganzheitliche Fitness „Entdecken und staunen -  neu, top modern und ganz anders!“, steht hier in der Werbeanzeige für einen FitnessClub. Ja schau her, gleich bei mir um die Ecke. „Erfahrene Fachleute begleiten Sie auf Ihrem Weg.“  Ja ja, manchmal bräucht ich einen, der mich vom Stammtisch heimbegleitet. „Sie werden sich rundum wieder richtig wohlfühlen!“ Der Satz macht mich nachdenklich, dieses `rundherum wohlfühlen‘. Denn als typischer Mann im besten Mittelalter geh ich weder zum Doktor und erst recht nicht in ein Fitness-Studio. Das ist nichts für den Sohn von meinem Vater. Aber eigentlich, geht’s mir durch den Kopf, so richtig wohl fühl ich mich schon lang nicht mehr in meinem „Body“ und es ist auch psychisch nicht grad aufbauend, wenn man regelmäßig Depressionen kriegt, so vor dem Spiegel, wie der Herrgott einen geschaffen hat. Adam hat bestimmt keinen Bierbauch g´habt. Die hatten ja nix, nur Äpfel, und die waren verboten.

 

Schaut richtig gut aus, denk ich mir bei den Bildern in der Anzeige. Helles Naturholz und ein frisches Grün. Verrückt, sogar als Gras – an der Wand! Und jetzt, in diesem Moment, grad beim letzten Bissn in den Zwetschgendatschi beschließe ich: Heut ist der Tag „X“, der mein Leben verändern soll. Jetzt pack ich´s und schau einfach mal vorbei. Is ja hier im Ort und gleich um die Ecke, dieser TM FitnessClub, der so anders sein soll. Ich schau einfach mal ganz unauffällig vorbei und horch mich a bisserl um. Na ja, vielleicht haben die ja was gegen meine Staus am Mittleren Ring.

 

Fein modern, echt top! - denke ich, als ich durch die Glastür geh. Und praktisch. Gleich da ist nämlich eine gemütliche Theke, die grad auf mich gewartet hat. Ich schnauf erleichtert durch, als ich auf den Barhocker plumse. (Länger hätte ich den Bauch auch nicht mehr einziehen können…..)

 

Erster Eindruck: Ich fühl mich wohl.

 

Ich bestelle was, wovon ich meine, das ist bestimmt gesund. ‚This1 Energy Respawn Energy Drink‘ . Ich will ja nicht auffallen. „Hallo, Dich hab ich hier noch nicht gesehen, oder?“, sagt die Dame im Trainingsoutfit und setzt sich neben mich. Schaut sympathisch aus. Der blöde Corona Sicherheitsabstand, denk ich. Macht Unterhaltungen ja schwierig. „Sie wissen nicht zufällig, warum der Magnet männlich ist?“, frag ich sie…. Will originell sein. „Wär er weiblich, wüsst er nicht, was er anziehen soll!  Ha Ha. Grad glesen. Lustig gell? Da hab ich auch die Anzeige von dem FitnessClub gesehen.“ „Ja, die kenn ich - und stimmt wirklich alles!“, schwärmt sie richtig, meine Barhockernachbarin. „Der Club hier ist – ja einfach anders. Man kümmert sich einfach um den Menschen als Ganzes, nicht nur um die Muckies, sagt die Dame im straffen Gewande. Ihre Muckies sind straff. Die ist bestimmt Stammkunde, denk ich. Ja und dann, mich hauts fast vom Hocker, bestellt die doch glatt…..ein Bier! „Da sind viele Mineralstoffe drin, die man rausgeschwitzt hat und die paar Kalorien sind schnell wieder wegtrainiert!“  Des gfallt ma. Gern hätte ich mein Glas energetischer Respawn mit ihrem Schoppen getauscht.

 

Top modern - die Geräte

 

Hier von der Theke aus sieht man den ganzen Trainingsbereich. Lauter hypermoderne Geräte, überall Bildschirme dran oder sowas Ähnliches. „Im Raumschiff Entenscheiß war auch net mehr Technik“, geht es mir durch den Kopf. Und als ob Sie´s geahnt hätte, erzählt die Nette neben mir, wie einfach und unkompliziert das hier alles mit der Elektronik ist. „Du hast nur ein einiges Armband. Da ist alles drauf gespeichert, was der Trainer an Übungen empfiehlt.“ „Und woher weiß der, was mir guttut?“ „Der schaut sich Dich vorher schon genau an, dem kannst auch erzählen, wo´s besonders zwickt und was Du halt erreichen willst.  Die passenden Übungen sind alle drauf auf dem Armband, das hältst Du ans Gerät und alles stellt sich vollautomatisch ein – ganz individuell auf Dich! Gut gell?“ „Na ja, also abnehmen muss ich ja nicht viel“, sag ich. „Ich halt seit Monaten mein Gewicht. I kann essen und trinken, was ich mag, immer wenn ich auf die Waage steig, alles beim Alten, zeigt immer das gleiche an, „Error.“  Hey! - Sie lacht sogar! „Und wie ist so der Altersdurchschnitt hier?“  Interessiert mich. Alt fühl ich mich ja eh schon.

 

Alle Altersschichten! „Quer Beet, echt!“, erklärt sie mir. „Supertolles Zumba Dance für uns und auch für Kids. Denen macht das mit Freundinnen natürlich noch mehr Spaß. Auch Kickboxen kann man absolut professionell lernen hier. Weisst Du, dass Du da nicht nur Kraft sondern auch innere Balance und Disziplin kriegst?“ „Ja, und eine aufs Maul!“ „Nein - Quatsch“ – „Ja ja. Ich kenn mich da a bisserl aus, war immer Sonntags beim Boxen auf´d Rengschburger Dult“. „Also das ist was ganz anderes. Vergiss es.  Körperbeherrschung, mentale Disziplin. Können wir ja mal probieren, wennst hier bist. Ich kenn mich da auch a bisserl aus, aber nur a bisserl. Ja und dann gibt’s erstaunlich viele Leute im gesetzteren Alter, die was für Kreislauf und Kondition machen wollen. Nach einer REHA, wo man ja sowas auch lernt, kannst das hier weitermachen, weil die Fachleute sind auch dafür da. Aber brauchst Du ja nicht. Bist ja durchtrainiert, vor allem die Bauchmuskeln,“ grinst sie mich jetzt an. Scherzerl gmacht! „Eins ist klar: Du hast Freude an dem, was du hier machst und das motiviert Dich auch wieder. Stell Dir vor, nach dem Training in die Sauna und dann auf die Dachterrasse in die Sonne und ratschen und Erfahrungen austauschen.“

 

Wie bitte? Sauna?

 

Ich denk dran, wie gut die mir grad im Winter eigentlich tut. Und jetzt bin ich wieder dran: „Du sag amal, welche Sprache spricht man in der Sauna?“  „Keine Ahnnung, sagt sie. „Schwitzer-Deutsch“. Sie lacht lauthals. Der kam an bei Ihr! „Lachen ist ja auch gesund, weiß man ja. Aber nur davon allein gehen sie halt nicht weg, die überflüssigen Kilos,“ sag ich und schau an meinem Körper nach unten. Erinnert mich im Moment eher an Bud Spencer. „Du wirst sehen, auch bei dem Thema bist Du hier in guter Gesellschaft. Abnehmen geht hier aber auch ganzheitlich, sogar mit Ernährungsberatung. ‚Bauch, Beine , Po‘, Bodystyling in Zukunft ohne Leberkäse, aber wenns sche macht! Laufband wär was, oder?“ „Aber da spür ich immer meine Bandscheiben danach.“ „Ha ha, weißt du was? Das Laufband hier hat eine moderne Federung, Du trainierst da drauf butterweich. Da merkst Du wahrscheinlich nichts mehr von den Bandscheiben. Aber jetzt lauf ich auch wieder los…“ sagt sie und lässt mich sitzen mit den ganzen Fitness-Infos. „Schon interessant“, denk ich. Also der Club natürlich.

 

Probieren kost nix

 

Probieren geht über Studieren und ist hier umsonst. Auf dem Tresen hab ich kleine Einladungskarten entdeckt, zum Schnuppertraining – und kostenlos.

 

 „Chefin“, hör ich da den Harald hinterm Tresen rufen. Steht zumindest drauf auf dem Shirt…. von Harald. „Telefon!“  Und da kommt doch, ich trau meinen Augen nicht, wer? Sie hier, von grad eben, die mit dem Bier! „Du bist die Chefin? Ääh Sie?!“  „Passt scho, bleiben wir beim Du. Wir wollen ja ganz persönlich für jeden Einzelnen da sein. Da passt des „Du“ schon besser. Und, wann startest ‚Du‘ durch?“

 

 

Und weg ist sie wieder. „Ähh, was ich noch sagen wollt,“ sagt Harald und grinst mich an. „Ich hab das grad ein bisschen mitgekriegt, von wegen kennt sich bisserl aus im Kickboxen….“

 

„Ja und ?“ „Na, ich wollt Dir bloß sagen – vielleicht fürs nächste mal, sie war Vizeweltmeisterin im Kickboxen!“ Scheiß peinlich war mir das. Scheiß peinlich. Aber jetzt hab ich einen Grund mehr, hierher zu kommen. Da geb ich dann der Chefin ein Bier aus! Oder ein Cola. Weil wenn man Cola und Bier gleichzeitig trinkt, dann colabiert man!

 

TM Fitnessclub

Brunnenstrasse 3

93152 Nittendorf

09404 - 9690210

www.tm-fitnessclub.de

 

 

 

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