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Titelfoto: R. Dorn

 

GESUNDHEIT - WELLNESS - LIFESTYLE

Digitale Demenz

Was Handy & Co mit   unserem Gehirn machen

Digitale

         Demenz

 

Moderne Technologien machen das Leben leichter in unterschiedlichsten Situationen des Alltags. Sie unterstützen uns im Job, helfen Kindern bei ihren Schularbeiten, zeigen uns den richtigen Weg und vertreiben Langeweile – und können uns krank machen.  Denn sie üben auch einen negativen Einfluss auf unsere Denkfähigkeit aus und verlangsamen sogar das Gehirn.  Ein Überschuss an Reizen kann nämlich die Hirnzellen schädigen. In diesem Zusammenhang spricht man inzwischen sogar von digitaler Demenz, und die betrifft  in erster Linie jüngere Menschen. Sie haben zum Teil schon ein Suchtverhalten entwickelt und verbringen manchmal mehr als 7 Stunden am Tag vor den Bildschirmen ihrer PCs, Tablets, Spielekonsolen oder Smartphones. Das Resultat: Eine Verschlechterung der geistigen Fähigkeiten. Die Vielzahl an Reizen, die moderne elektronische Geräte auslösen, verursacht nicht nur unnötigen Stress – sie lenkt uns auch ab, reduziert also Aufmerksamkeit und Konzentration und führt letztlich dazu, dass unsere Nervenzellen nicht mehr „arbeiten“ müssen. Dadurch werden sie „faul“ und  üben ihre Funktionen nur noch in begrenztem Umfang aus.

 

Kurzzeitgedächtnisstörungen

 

Studien bestätigen, dass eine Reizüberflutung durch moderne Technologien unsere geistige Leistungsfähigkeit herabsetzen und das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigen kann. Während wir uns wichtige Informationen, Telefonnummern, Namen und Daten früher merken konnten, sind diese heute in Notebooks, Computern und Handys hinterlegt. Merkfähigkeit und Erinnerungsvermögen brauchen wir damit nur noch in reduziertem Umfang.

Das Gehirn ist ein Organ, das – ebenso wie Muskeln – kontinuierlich auf bestimmte Reizimpulse angewiesen ist, die es ihm erlauben, sich zu entwickeln.

 

Es gibt viele Arten der Demenz, die häufigste ist die Alzheimer-Krankheit. Statistiken zufolge sind weltweit etwa 44 Millionen Menschen betroffen. Als digitale Demenz bezeichnet der deutsche Psychologe und Psychiater Manfred Spitzer eine Krankheit, die durch den unkontrollierten Einsatz von digitalen Medien zu psychischen und physischen Symptomen führt. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, deren Gehirne plastischer sind und äußere Reize „wie ein Schwamm aufsaugen“. Das übermäßige Eintauchen in die virtuelle Welt beeinträchtigt Denkvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und räumliche Orientierung. Doch nicht nur die jüngere Generation ist betroffen: Ebenso verursachen elektronische Kommunikationsformen wie SMS-Nachrichten auch bei Erwachsenen Erinnerungsprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten.

 

Was tun gegen diese digitale Demenz?

 

Statt einer Überzahl sollten Reize in wohl dosiertem Maße kreativ und anregend wirken. Nur so bleibt das Hirn in Form und Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit lange erhalten. Studien haben gezeigt, dass sportlich aktive Menschen ein geringeres Demenzrisiko aufweisen. Und Experten raten in diesem Zusammenhang zu einem maßvollen Umgang mit modernen Technologien.

 

Social Life anstatt Social Media

 

Viele Menschen verbringen ihre Wochenenden vor dem Bildschirm anstatt im Freien oder bei einem anregenden Buch. Doch wie gelingt es, sich aus der virtuellen Welt „auszuloggen“? Die gute Nachricht ist, dass sich die negativen Auswirkungen der digitalen Demenz umkehren lassen. Experten raten dazu, seine Gewohnheiten zu ändern und sich der Gesundheit der Gehirnzellen zuzuwenden. Das gelingt durch entsprechende Anreize, die die Bildung neuer Zellen und Synapsen stimulieren. Je mehr wir unser Gehirn fordern desto besser. Wer Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis hat, der sollte einen Moment innehalten, bevor er Suchdienste im Internet zu Rate zieht. Bücher sollten nicht auf dem Tablet, sondern in gedruckter Version gelesen werden. Auch das Lernen einer neuen Sprache oder eines Musikinstruments sind wirkungsvolle Maßnahmen. Sie erfordern die Zusammenarbeit beider Hirnhälften, stimulieren die Aktivität der Gehirnzellen und verbessern die Konzentration. Wichtig ist außerdem viel Bewegung an der  frischen Luft, die die Sauerstoffversorgung verbessert und den Transport von wichtigen Nährstoffen an das Gehirn beschleunigt. Hierfür gibt es gerade in den Ferien jede Menge Gelegenheiten in unserer Region.

 

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