Gesund

in der Region

Entzündungen zum Beispiel nach Verletzungen sind nichts anderes als eine Abwehrstrategie unseres Körpers. Er wehrt sich gegen Fremdkörper und Bakterien und zeigt uns an: „Hier stimmt etwas nicht“. Seit Bestehen der Menschheit sichert diese Reaktion unser Überleben. Oder anders ausgedrückt: Jede noch so kleine Verletzung wäre für uns Menschen lebensgefährlich bzw. tödlich ohne diese Reaktion.

 

Allerdings muss man unterscheiden zwischen einer akuten Entzündung, die uns vorübergehend beschäftigt und einer chronischen Entzündung, die oft lange unbemerkt bleibt, für uns aber sehr belastend werden kann.

 

Die akute Entzündung

 

Wer kennt das nicht aus seiner Kindheit: Man fällt hin, schlägt sich das Knie auf, die Wunde blutet und ist schmutzig. Was dann passiert ist typisch für eine akute Entzündung: Die Wunde rötet sich, schwillt an und schmerzt. Möglicherweise bildet sich Eiter. Das Immunsystem beginnt mit höchstem Eifer zu arbeiten und gegen mögliche Eindringlinge zu kämpfen. Mit dieser Reaktion startet der Organismus eine komplexe Abwehrreaktion gegen eingedrungene Fremdkörper und Bakterien. Im Falle des aufgeschlagenen Knies gilt es zunächst die Wunde mit Fibrin, quasi einem körpereigenen Klebstoff, abzudichten. Als nächstes müssen kaputte Zellen und untergegangenes Gewebe entsorgt sowie Eindringlinge abgetötet werden. Damit die dafür zuständigen Fresszellen (Makrophagen) möglichst schnell durch das Blut zum Ort des Geschehens transportiert werden können, erhöht sich die Durchlässigkeit der Gefäße. Die Durchblutung wird verbessert, wodurch sich auch die Rötung, die Schwellung  sowie der Temperaturanstieg erklären lassen. Noch während die Makrophagen die „Trümmer“ entfernen, beginnen andere Immunzellen bereits mit der Reparatur und dem Wiederaufbau, indem untergegangene Zellen „eins-zu-eins“ ersetzt werden. Dank diesem Mechanismus und ordnungsgemäßer Pflege verheilt die Wunde dann normalerweise komplikationslos.

 

Die akute Entzündung ist die klassische Form der Entzündung. Ausgelöst werden kann sie durch verschiedene Einflüsse, durch die das Gewebe gereizt oder geschädigt wird. Solche Funktionsstörungen, in deren Folge eine akute Entzündung entsteht sind z. B. Prellungen, Zerrungen oder Blutergüsse durch Stöße oder Stürze, Fremdkörper (z. B. Holzsplitter o. ä.), die in den Körper eindringen, Stoffwechselabbauprodukte (z. B. Harnsäurekristalle), die im Körper selbst entstehen oder pathogene Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten und deren giftige Ausscheidungen oder Allergene (= allergieauslösende Substanzen) wie Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel etc.

 

Die chronische Entzündung

- wenn der Funke zum Brand wird

 

Eine chronische Entzündung läuft im Gegensatz zu einer meist sehr auffällig verlaufenden akuten Entzündung eher unterschwellig ab. Genetisch ist der klassische Ablauf des Prozesses mit Pro -und Antientzündlichen Zytokinen gestört.

 

Bei übermäßiger Bildung von entzündungsfördernden Zytokinen (= Proteine) greifen diese das Gewebe an und können uns schädigen. Vor allem wenn unser Körper die passende Antientzündung nicht bereitstellen kann, sind wir lange Zeit diesen Stoffen ausgesetzt und es kommt zu Schädigungen wie chronischen Entzündungen und Autoimmunkrankheiten.

 

Meist geschieht das, ohne dass der Betroffene das Ganze als Entzündung verspürt. Aus diesem Grund muss jede akute Entzündung schnellstmöglich behandelt werden, denn nach ungefähr 28 Tagen ohne Unterbrechung ist ein Übergang zur chronischen Entzündung möglich. Manchmal muss man deshalb zu extremeren Methoden wie Cortison oder Antibiotika greifen, um der Entzündung Einhalt zu gebieten. Wie wir auf einen Entzündungsreiz reagieren, hängt auch von der Genetik des Menschen ab und ist in der DNA abgespeichert. Daher ist bei vielen systemischen Entzündungserkrankungen wie z. B. Morbus Crohn, entzündlichen Darmerkrankungen, multipler Sklerose, chronischer Bronchitis, Asthma, Osteoporose, Hauterkrankungen, Psoriasis oder Rheuma der Genotyp ausschlaggebend für die Intervalle, Stärke und Therapiereaktion.

 

Aber auch in der Umwelt finden sich Faktoren, die eine chronische Entzündung beeinflussen bzw. auslösen können. Immer mehr belastende Umweltfaktoren greifen unser Immunsystem an und überfordern die Sys-

teme unseres Körpers. Toxische Belastungen sind eine enorme Gefahr für die Entstehung einer chronischen Entzündung, wobei besonders die Darmschleimhaut z. B. durch zu viel Fast Food mit Farbstoffen, Stabilisatoren, Konservierungsstoffen etc. betroffen ist. Und je länger chronische Entzündungen anhalten, umso wahrscheinlicher werden degenerative Prozesse beschleunigt mit Schäden an Gewebe, Knochen und Gelenken.

Was man tun kann

 

Akute Entzündungen gehören zum Arzt. Leidet man jedoch auffällig oft an einer chronischen Entzündung oder spürt man, dass sich Entzündungen trotz Therapie „lange halten“, sollte man sich seinen genetischen Entzündungsgrad und die Fähigkeit des Körpers, Entzündung korrekt zu händeln, bestimmen lassen.

 

Gute Wirkstoffe gegen chronische Entzündungen sind bestimmte Enzyme oder Weihrauch (Boswellia), aber auch Resveratrol, OPC und andere Antioxidantien. Eine wirkungsvolle Strategie generell ist, unser Immunsystem als den natürlichen Feind der Entzündung zu stärken und dieses Abwehrbollwerk möglichst intakt und leistungsfähig zu erhalten.

 

Gegen eine lebensstilbedingte Schwächung unseres Abwehrsystems kann jeder selbst aktiv werden. Wichtige Bausteine für ein starkes Immunsystem sind eine ausgewogene, gesunde und vor allem frische Ernährung, ausreichend Schlaf, Vermeidung von Stress, ausreichend Bewegung, reduzierter Umgang mit Genussmitteln und vor allem Kneipp Anwendungen. Regelmäßige Saunagänge, Fußbäder, der kurze kalte Fußguss nach dem morgendlichen Duschen, Nasenspülungen und heiße Getränke (z.B. als Belohnung nach einem ausgiebigen Spaziergang) sind durchaus empfehlenswert.

 

Wellness & Freizeit

Haus & Garten

Tierisch

Titelfoto: Random House Susanne Krauss

© Ostbayern Verlag             Impressum        Datenschutz