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Richtige Ernährung „Schutzschild“

gegen Allergien?

 

(OBX) Die Ursache für viele Allergien könnte im Darm liegen. Neueste Forschungsergebnisse legen den Schluss nahe, dass kurzkettige Fettsäuren Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis und Nahrungsunverträglichkeiten therapieren und eindämmen helfen könnten.

Allergien sind in Deutschland auf dem Vormarsch: Nach neuesten Zahlen des Robert-Koch-Instituts leidet rund jeder dritte Deutsche im Laufe seines Lebens an einer Allergie. Immer häufiger betroffen sind auch Kinder und Jugendliche. Seit Jahren sucht die Medizin nach Wegen, um Allergien zu therapieren oder sogar zu verhindern. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse lassen jetzt aufhorchen: Danach könnten kurzkettige Fettsäuren in den kommenden Jahren zu einem entscheidenden Schlüssel im Kampf gegen Allergien werden – gerade auch bei Kindern.

 

Ballaststoffarme Ernährung könnte Allergien begünstigen

 

Wissenschaftler des Universitäts-Kinderspitals Zürich, des Christine-Kühne-Centers for Allergy Research and Education und des Schweizerischen Instituts für Asthmaforschung untersuchten die Stuhlproben von mehr als 300 einjährigen Kindern und stellten dabei u. A. fest, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Gehalt an kurzkettigen Fettsäuren und der Ernährung des Kindes gibt. Dem Organismus können aber nur genügend kurzkettige Fettsäuren zur Verfügung stehen, wenn auch ausreichend Ballaststoffe aus Pflanzenfasern zu Verfügung stehen.

 

Pflanzlichen Nahrungsmittel sind allesamt sehr faserreich. Mit diesen Lebensmitteln ist man garantiert gut mit Ballaststoffen versorgt: Vollkorngetreide (Vollkornbrot, Haferflocken, Naturreis), Gemüse aller Art, Kartoffeln und Süßkartoffeln,  Nüsse, Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen) und alle Sorten von Obst. Zu den Stars unter den ballaststoffhaltigen Lebensmitteln zählen Beeren (vor allem Himbeeren), Leinsamen, Chia-Samen, Mandeln und getrocknete Datteln. Ballaststoffe sollte man nicht isoliert einnehmen. Der Löffel Weizenkleie (45 g Ballaststoffe auf 100 g – und damit absoluter Spitzenreiter) gleicht eine ungesunde, ballaststoffarme Ernährungsweise nicht aus. Viel besser ist da z.B. statt der Weizenkleie eine Scheibe Vollkornbrot. Wer sich an die empfohlenen fünf Portionen (je eine Hand voll) Obst und Gemüse pro Tag hält, nimmt genügend Ballaststoffe zu sich. Obst- oder Gemüsesäfte sind kein Ersatz, denn auch wenn sie frisch gepresst sind, enthalten sie so gut wie keine Ballaststoffe mehr. Man sollte sie entweder zu einem Smoothie mixen oder roh oder gekocht im Ganzen verzehren.

 

Bei vielen Mitteleuropäern hat die moderne, ballaststoffarme Ernährungsweise dazu geführt, dass die wichtigen schützenden Darmbakterien nicht in ausreichender Zahl vorkommen und nicht genug kurzkettige Fettsäuren von der Darmflora produziert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) ist überzeugt: „Kurzkettige Fettsäuren könnten dazu beitragen, Allergien zu therapieren oder gar zu verhindern“.

 

 

Titelfoto: Random House Susanne Krauss

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