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Titelfoto: R. Dorn

 

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Bayern bei Kleinkinderimpfungen Schlusslicht

Bayern schneidet bei Masernimpfung 2-jähriger schlecht ab. Laut Barmer Arzneimittelreport 2019 lebten in Bayern noch 2017 bundesweit die meisten Kleinkinder ohne Impfschutz. Die Untersuchung zeigt: Nur in Thüringen waren noch weniger Kleinkinder gegen Masern geimpft. Mit der Impfpflicht seit 1. März 2020 möchte der Gesetzgeber das Masernvirus ausrotten.  

Das sollten Sie wissen:

Die Pflicht gilt für jedes Kind, das eine Betreuungsstätte besucht oder in die Schule geht. Auch Erwachsene, die in solchen Einrichtungen arbeiten, müssen einen Impfschutz haben. Die Impfpflicht gilt auch für medizinisches Personal oder Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben. Um die Krankheit wirklich auszurotten, müssten laut Fachleuten mindestens 95 % der Bevölkerung geimpft sein. Kinder sollen laut Masernschutzgesetz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen. Kinder, die schon in einer Gemeinschaftseinrichtung betreut werden, müssen den Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erbringen.

Während Kitas und Tagesmütter ungeimpfte Kinder abweisen sollen, ist das bei Schulen wegen der Schulpflicht nicht möglich, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Wird dort ein ungeimpftes Kind festgestellt, werde das Gesundheitsamt informiert, das wiederum Kontakt zu den Eltern aufnehme. In letzter Konsequenz droht ein Bußgeld von bis zu 2500 Euro.

MASERN

– die unterschätzte Gefahr

In Deutschland gab es allein im letzten Jahr über 500 Masern-Infektionen. Der Virus kann sogar lebensbedrohliche Gehirn- oder Lungenentzündungen auslösen. Es gibt auch neue Studien, wonach bei einer Maserninfektion zwischen 11 und 70 % der Antikörper, die uns vor Infektionen schützen sollen, verloren gehen. Das Immunsystem muss sich nach einer Masernviruserkrankung erst wieder neu aufbauen. Bis dahin sieht sich der Betroffene anderen Infektionen schutzlos oder zumindest geschwächt gegenüber.

Nebenwirkungen

Sie sind verglichen mit den Gefahren einer Masernerkrankung sehr gering. Selten kommt es zu Fieber, Müdigkeit und Gliederschmerzen, in ganz seltenen Fällen auch zu Impfmasern, eine abgeschwächte Form der Masern, die harmlos ist und schnell abklingt. Schwere Komplikationen wie eine Gehirnentzündung bekommt einer von einer Million Impflingen.

 

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