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Titelfoto: R. Dorn

 

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Auch Ärzte ändern ihre Meinung

Medizin-Irrtümer

 

Epileptiker sollten laut Celsus, einem römischen Medizin-Autor im 1. Jahrhundert nach Christus, das Blut eines gerade erwürgten Gladiators trinken. Später war klar: Celsus lag da voll daneben. Zum Glück! Denn wo sollte man sonst heutzutage einen strangulierten Gladiator hernehmen. Nicht nur Medizin-Pioniere mussten sich manchmal eines Besseren belehren lassen. Auch in der jüngeren Geschichte der Medizin haben Ärzte aufgrund neuerer Erkenntnisse ihre Meinung zum Glück für uns Patienten geändert.

 

Mandeln – bleiben meist drin

 

Noch in den sechziger und siebziger Jahren wurden Mandeln oft schon im Kindesalter entfernt. Lange Zeit wurde die wichtige Funktion der Mandeln für das Immunsystem ignoriert, obwohl diese bereits bekannt war. Nachdem bei Operationen immer wieder schwere Blutungen auftraten und einige Patienten sogar starben, setzte in den späten siebziger Jahren ein Umdenken ein. Bevor heutzutage ein Arzt zum Skalpell greift, werden entzündete Mandeln erst einmal mit Antibiotika behandelt. Nur bei immer wiederkehrenden schwereren Entzündungen wird noch operiert.

 

Überflüssige Bandscheiben-OPs

 

Was Bandscheiben-Operationen angeht, so stieg die Zahl der Eingriffe bis 2009 stetig an. Aber schon 2006 hatte der „Spine Patient Outcome Research Trial“, die bis dahin größte Studie zu diesem Thema gezeigt, dass Operationen bei Bandscheibenvorfällen keinen deutlichen Vorteil gegenüber einer konservativen Therapie bringen. Zur aktuellen Situation gibt es unterschiedliche Schätzungen, denen zufolge heutzutage immer noch zwischen 40 und 80 % der Rückenoperationen überflüssig sind. Experten raten inzwischen, nur dann zu operieren, wenn Lähmungen auftreten.

 

Das böse Cholesterin

 

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir das Frühstücksei und die „gute Butter“ auf dem Brot nur noch mit schlechtem Gewissen verzehrt. „……Wegen zu viel Cholesterin!“, war oft zu hören. Dabei ist Cholesterin lebenswichtig für uns Menschen, zum Beispiel beim Aufbau von Zellen, und wird von unserem Körper selbst hergestellt. Weil es aber nicht wasserlöslich ist, muss es im Blut irgendwie transportiert werden. Die zwei bekanntesten „Transporteure“ heißen HDL und LDL, die auch als gutes und böses Cholesterin bezeichnet werden. Vom guten, also dem HDL kann man eigentlich gar nicht genug haben. Das „böse“ LDL dagegen kann im Übermaß das Risiko für einen Herzinfarkt oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Nur deshalb kam das Cholesterin insgesamt zu seinem schlechten Ruf. Zum Glück weiß man heutzutage: Unser Frühstücksei und auch die Butter auf dem Brot können wir ohne schlechtes Gewissen getrost genießen. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass andere Faktoren, zum Beispiel eine familiäre Vorbelastung, wesentlich mehr Einfluss auf das Herzinfarktrisiko haben.

 

IRREN IST MENSCHLICH

- auch große Pioniere der Medizin lagen schon voll daneben…

 

Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, führte ab 1884 Selbstexperimente mit Kokain durch und veröffentlichte eine Studie zu diesem Thema. Darin zeigte er sich begeistert und sah in der Droge ein Universal-Heilmittel. Auch war Sigmund Freud lange überzeugt, dass das Rauschgift nicht süchtig macht.

Robert Koch, deutscher Mediziner, Mikrobiologe und Hygieniker entdeckte bereits 1876 den Milzbrand-Erreger, aber sorgte auch für einen Skandal, indem er 1890 ein Heilmittel gegen Tuberkulose auf den Markt brachte, dass nicht funktionierte, sondern im Gegenteil: Tuberkulin tötete die Bakterien nicht ab, sondern unterstützte und aktivierte bereits vorhandene Bakterien sogar noch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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