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Titelfoto: R. Dorn

 

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Europas neues Zentrum für den Kampf gegen den „Mann im Ohr“

14 Millionen Bundesbürger leiden heute an Hörproblemen. Tinnitus, also störende Geräusche, gelten als am stärksten wachsendes Ohrleiden unserer Zeit. Ursache für die zunehmenden Erkrankungszahlen ist die wachsende „akustische Umweltverschmutzung“, also ein in Summe ständig zunehmender Lärmpegel, sagen Fachleute. Regensburger Forscher koordinieren künftig die Anstrengungen von Projektpartnern in neun europäischen Ländern, um Betroffenen Linderung zu verschaffen.

 

Regensburg (obx)

Experten schätzen, dass bis zu zehn Prozent der Weltbevölkerung von Ohrgeräuschen betroffen sein könnten und die Entwicklung ist dramatisch: Bei etwa einem Prozent hat dies schwerwiegende Beeinträchtigungen zur Folge, die ein normales Leben schwer bis unmöglich machen. Der Patient kann den Leidensdruck ohne professionelle Hilfe nicht mehr bewältigen. Das neue Projekt „UNITI“ soll neue Behandlungsmöglichkeiten erforschen. Beteiligt sind neben Forschern in Deutschland auch Wissenschaftler aus Belgien, Griechenland, Italien, Spanien, Schweden, der Schweiz, Ungarn und Zypern. Privatdozent Dr. Winfried Schlee von der Universität Regensburg übernimmt die Leitung des Zusammenschlusses.

So soll die größte europäische klinische Studie zu Tinnitus entstehen. Das Ziel: herauszufinden, welche Patientengruppen von welchen Behandlungsmethoden am meisten profitieren. Die Daten aus der klinischen Studie werden mit genetischen Daten, medizinischen und audiologischen Untersuchungen sowie bereits bestehenden Datenbanken verbunden. Ein Computermodell wird dann die bestmögliche Therapie empfehlen. „Die meisten Therapien zielen oft nur auf einzelne Aspekte der Krankheit ab, ohne das vollständige Krankheitsbild zu berücksichtigen. Sie sind daher nur begrenzt wirksam und vernachlässigen wichtige Faktoren, die im Verlauf der Krankheit eine Rolle spielen“, sagt Dr. Schlee.

Privatdozent Dr. Winfried Schlee (Uni Regensburg, im Bild links) übernimmt die Leitung des internationalen Projekts.

 

Regensburg gehört auf dem Gebiet der Tinnitusforschung zu den Pionieren. Bereits 2001 entstand am Universitätsklinikum Regensburg ein eigenes Tinnituszentrum. Das Ziel von der ersten Stunde an: Patienten besser zu behandeln und auf der Basis neurowissenschaftlicher Erkenntnisse neue Methoden zur Therapie des chronischen Tinnitus zu entwickeln.

 

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