Gesund

in der Region

GESUNDHEIT - WELLNESS - LIFESTYLE

Foto: Elena Schweitzer - shutterstock.com

Glutamat oder Natriumglutamat

– der kleine Unterschied macht´s

Allergieauslöser in Lebensmitteln

Immer mehr Menschen leiden unter Unverträglichkeiten, Allergien und allergischen Reaktionen ganz unterschiedlicher Art. Aber ein Zusatzstoff, der in fast allen Fertiggerichten steckt, ist für empfindliche Menschen inzwischen ein Reizwort: Natriumglutamat. Es kann Juckreiz am ganzen Körper, Übelkeit, Durchfall und andere Beschwerden auslösen. Und einige Menschen wissen bis heute noch nicht, worauf ihr Körper so reagiert.

 

Von Natur aus oder künstlich

 

Was die wenigsten wissen: Bei Glutamat handelt es sich nicht um den Geschmacksverstärker Natriumglutamat. Glutamat,  eine Aminosäure, die von Natur aus in einigen proteinreichen Nahrungsmitteln steckt,  ist in allen eiweißreichen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchten. Durch Reifungsprozesse z.B. in Tomaten oder Parmesankäse entstehen erhebliche Mengen. Glutamat ist letztlich ein fester Bestandteil unserer täglichen Ernährung.

Natriumglutamat dagegen ist das isolierte reine Salz der Glutaminsäure, das so von Natur aus eben nicht in Lebensmitteln zu finden ist. Der Geschmacksverstärker wird von industriellen Lebensmittelherstellern z. B. in Tütensuppen, Konserven und anderen Fertiggerichten benutzt und auch in Fertigsoßen und vielen Gewürzmischungen ist ein hoher Anteil des Zusatzstoffs enthalten, auf den Menschen allergisch reagieren können.

 

Manchmal gut versteckt

 

Über die Unbedenklichkeit des Geschmacksverstärkers streiten sich die Gemüter. Aber Betroffene, die nach dem Verzehr von mononatriumglutamathaltigen Speisen unter Juckreiz am ganzen Körper, anschwellende Lippen und Taubheitsgefühl im Mund- und Rachenbereich sowie Übelkeit und Durchfall leiden, interessiert das weniger. Sie möchten vor allem auf derlei böse Überraschungen verzichten und den Geschmacksverstärker rechtzeitig erkennen. Das ist nicht immer einfach. Obwohl verpackte Lebensmittel mit Hinweisen wie „Geschmacksverstärker“ oder entsprechenden E-Nummern gekennzeichnet sein müssen und diese gesetzliche Pflicht auch für Gaststätten gilt, findet man in Restaurants auf Speisekarten eine entsprechende Auszeichnung eher selten. Selbst eine Nachfrage in der Küche schützt nicht immer, weil man auch da oft nicht auf Anhieb sagen kann, ob z. B. in Saucenpulver, Ketchup usw. nicht doch Mononatriumglutamat steckt. Das Erstaunen ist dann groß, wenn man den Geschmacksverstärker bei näherem Hinsehen tatsächlich auf einer Verpackung entdeckt.

 

Auch in vielen Produkten des alltäglichen Einkaufs steckt Mononatriumglutamat. Bei Discountern wie Lidl oder Aldi Süd z. B. ist es immer noch in vielen Fertigsaucen von Le Gusto oder Kania. Und selbst der Metzger um die Ecke benutzt den Zusatzstoff oft bei der Wurstherstellung, was die Fachverkäuferin an der Ladentheke aber nicht immer mit Sicherheit sagen kann.

 

Viele Verbraucher würden gerne auf künstliche Geschmacksverstärker verzichten. Doch die meisten wissen nicht, was genau hinter den E-Nummern steckt. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie  Produkte meiden, die in der Zutatenliste eine E-Nummer mit der Zahl 6 am Anfang haben, denn   Geschmacksverstärker tragen E-Nummern ab 600.

 

 

Saucen & Suppen ohne Geschmacksverstärker: Michael Lutz nimmt das Thema sehr ernst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das es längst auch „ohne“ geht, zeigen zufällig beim Einkauf entdeckte positive Beispiele. Lutz Suppen und Saucen kennen viele schon seit den 60er Jahren. Der Traditionsbetrieb aus Unterfranken hat längst mit einem großen Sortiment an Saucen und Suppen ohne Geschmacksverstärker, teilweise sogar mit BIO-Siegel auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Lebensmittelunverträglichkeiten der Kunden reagiert. Leider findet man diese Saucen nur selten in Supermärkten. Hier lohnt für Allergiker ein Blick ins Internet.

 

Aus Ihrer Kartoffelmanufaktur kommt nur Natur pur - Marion & Uwe Pahmeyer

 

 

 

Alternativen zu glutamathaltigen Kartoffelchips gibt’s bei Discountern wie REWE z.B. von der Fa. Lorenz und apropos Kartoffel: Genau dort, bei REWE entdecken wir im Kühlregal ein weiteres positives Beispiel. Bei der Kartoffelmanufaktur Pahmeyer in Werther verzichtet man schon immer komplett auf derlei Zusätze. Die Chefin Marion Pahmeyer erklärt auf Anfrage: „Das ist bei uns auch gar nicht nötig, denn wir bewahren den natürlichen Geschmack und die Frische unserer Produkte durch spezielle Herstellungsverfahren, traditionelle Handwerkskunst und die abgestimmten  Rezepturen. Was ich meinen Kindern nicht auf die Tellern geben würde, davor bewahre ich auch meine Kunden!“ Ein überzeugendes Statement.

 

 

 

Die Industrie setzt übrigens immer häufiger statt dem als „Geschmacksverstärker“ kennzeichnungspflichtigen Mononatriumglutamat Hefeextrakt ein.

 

Was viele nicht wissen: Dieser enthält das natürliche Glutamat, denn er wird aus Hefe gewonnen und enthält von Natur aus Glutaminsäure sowie weitere Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Es handelt sich um eine Zutat, die so wie ein Gewürz für einen aromatischen Geschmack sorgt. Für viele Menschen, die also allergisch auf das „künstliche“ Mononatriumglutamat reagieren, mag das eine Alternative darstellen.

 

Fazit:

Es ist oft schwierig, die unerwünschten Geschmacksverstärker ausfindig zu machen. Ein Blick auf die Verpackung lohnt und auf der sicheren Seite ist man, wenn mit frischen Zutaten gekocht und auf industrielles Fast Food verzichtet wird.

 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:

© Ostbayern Verlag     Impressum     Datenschutz