Ehrenamt

Ehrenamt

Von wegen: die Jugend von heute....


Alle wollen Superstar werden oder Influencer, interessieren sich für sonst nichts und unterhalten sich nur noch mit ihrem Handy! Diese Aussage gehört eindeutig in die Schublade Vorurteile!


Zahlen von 2023 belegen, dass sich bei den 18- bis 29-Jährigen bundesweit 36 % freiwillig bzw. ehrenamtlich engagieren. Bei uns in Bayern sind es fast die Hälfte aller Bürger, zum Beispiel im Rettungsdienst.

Einer von ihnen ist Florian Steidel, ein Sohn der allseits bekannten REWE-Familie Steidel in Nittendorf.
 An „normalen“ Tagen voll im Einsatz im familiengeführten Supermarkt opfert er seine wenige Freizeit für das Bayerische Rote Kreuz und die örtliche Feuerwehr. Bereits mit 17 Jahren trat Florian der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Abbach, dem damaligen Wohnort der Steidels bei. In Nittendorf kam er dann über einen Freund zusätzlich zum Roten Kreuz. Außer beim „normalen“ Sanitätsdienst kommt es durchaus auch zu größeren Einsätzen, die einem wohl für immer im Kopf bleiben. „Man denke nur an den Großbrand im letzten Jahr. Auch da waren wir vor Ort.“ Für Florian Steidel ist das Besondere an diesem ehrenamtlichen Engagement, dass man immer wieder Neues hinzulernt und vor allem das Gefühl, seinen Mitmenschen geholfen zu haben. Irgendwann mal aufhören? „Daran ist überhaupt nicht zu denken!“

Florian Steidel

 FLORIAN STEIDEL
 in seinem Beruf im REWE Markt
 seiner Familie und
 im Dienst für das BRK
 ehrenamtlich.

Florian Steidel beim Bayerischen Roten Kreuz

Hilfsbereitschaft ist angeboren


Psychologen erklären, bei der Bereitschaft, anderen zu helfen, handelt es sich um eine grundlegende menschliche Tendenz! Kinder trösten zum Beispiel jemanden, der weint. Ein Zeichen dafür, dass Helfen nichts Erlerntes, sondern eine natürliche Veranlagung ist. Wie schön wäre es doch, wenn alle Menschen sich diese uns in die Wiege gelegte Gabe ein Leben lang erhalten könnten. Wir haben nur einige Beispiele ehrenamtlicher Tätigkeit, aber auch eine Geschichte, die zeigt, wie jemand von einem Tag auf den anderen beschließt, Kindern in ärmsten Ländern der Welt zu helfen und eine Chance auf eine bessere Zukunft gibt. Auch eine Art Ehrenamt. Die Belohnung? Strahlende Kinderaugen!


Ein Landrat und eine wunderbare Idee:

Ein Landrat und eine wunderbare Idee

1000 Schulen für unsere Welt


Donauwörth/Grafenau (obx/ GidR) 
Die Integration eines einzigen minderjährigen Asylbewerbers kostet die bayerischen Kommunen 50.000 Euro im Jahr. Etwa die gleiche Summe kostet der Bau einer neuen Schule in Afrika. Mit seiner Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“ zeigt der Landrat des Lankreises Donau-Ries Stefan Rößle seit mittlerweile acht Jahren, wie man mit Schulbauten aus Spendengeldern in Entwicklungsländern Kindern eine Zukunftschance gibt - auch als Alternative zur Flucht nach Europa.


Unglaubliche 280 Dorfschulen hat Rößles Initiative mit bisher über elf Millionen Euro gesammelten Spendengeldern vor allem in Afrika und Südamerika gebaut oder initiiert. 50.000 Euro - oft auch weniger - kostet jede dieser Schulen.


Aber wie kam Stefan Rößle überhaupt auf diese Idee? Was war die Initialzündung? „Ich habe damals immer wieder mit meiner Frau überlegt, was wir Sinnvolles für die Menschen in besonders armen Ländern tun könnten. Das war 2016, mitten in der Flüchtlingskrise. Man kann ja nicht einfach nach Afrika fliegen und einen Brunnen buddeln“, so der Landrat. „Dann lernten wir bei einem Vortrag Reiner Meutsch kennen, der mit seiner Stiftung FLY & HELP damals schon hunderte von Schulen in Entwicklungsländern aufgebaut hatte. Ich war so begeistert von seiner Initiative, dass ich ganz spontan sagte: Und jetzt verkaufe ich meinen Porsche und bau mit dem Geld auch eine Schule!“ Mit den 42.000 Euro finanzierte er seine erste Schule in Malawi. Zur gleichen Zeit plante man ein Schulzentrum im Landkreis Donau-Ries. Preis des damals auch von ihm mit initiierten Neubaus: über 50 Millionen Euro. „Mit dem Geld könnte man in Entwicklungsgebieten 1000 Schulen bauen“, rechnete sich Rößle damals aus und setzte sein Herzensprojekt konsequent um. Bis zum heutigen Tag hat er zusammen mit seiner Frau privat schon elf Schulprojekte finanziert.

Schule vorher
Schule nachher

Mit seinem Verein „1000 Schulen für unsere Welt“ begeistert der Kommunalpolitiker inzwischen in ganz Deutschland Vereine, Organisationen, sogar den Deutschen Städtetag sowie andere staatliche Institutionen und viele Kommunen, Verbände, Firmen und private Förderer. Allein in „seinem“ Landkreis Donau-Ries konnte Geld für über 90 Schulprojekte gesammelt werden. Auch andere bayerische Regionen machen mit, von Grafenau und Freyung im Bayerischen Wald bis hin zum Landkreis Fürstenfeldbruck, aus dem bisher bereits neun Schulen in Togo finanziert wurden. Die Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze ist Schirmherrin des gesamten Projekts.


Rößles Schulen in Afrika haben in der Regel mit drei Klassenzimmern jeweils Platz für etwa 200 Kinder. In manchen werden auch im Zwei-Schichten-Betrieb unterrichtet, erzählt der Landrat. Mindestens 50.000 Schulkinder hätten so in Afrika und Südamerika in den letzten Jahren von seiner unkonventionellen Bildungsoffensive profitiert.

Grund zum Feiern: 
Eröffnung einer neuen Schule in Uganda

Stefan Rößle hat bei der Realisierung der Schulbauten aus den Fehlern staatlicher Entwicklungshilfeprojekte gelernt. Vor Ort werden mittlerweile auch die Dorfbewohner durch Eigenleistung oder geringe finanzielle Beteiligung in die Realisierung eingebunden. Der Staat muss die Lehrer stellen. Sonst werden die Schulen nicht gebaut. In Sierra Leone wurde nach dem Modell aktuell auch ein Lehrerfortbildungsprojekt gestartet. Anderswo erwirtschaftet die Dorfgemeinschaft in schuleigenen Gärten Einnahmen für den laufenden Schulbetrieb.

Seinen 2023 offiziell gegründeten Förderverein wird er auf jeden Fall auch weiter mit voller Kraft expandieren lassen, sagt Rößle, der alles, was den Verein betrifft, nach eigenen Angaben ehrenamtlich insbesondere nach Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub gemanagt hat - Inspektionsreisen zu „seinen“ Schulen in Afrika inklusive.

Neues Schulgebäude in Uganda
 Zur neuen Schule in Incaia Mosambik  
 gehört auch ein Brunnen, der das 
 ganze Dorf mit Wasser versorgt.

Kritik, wonach es auch in den Schulen in Bayern Sanierungsbedarf gebe und das Geld besser hierfür verwendet werden könnte, lässt Rößle nicht gelten: „Zur Sanierung der Schulen bei uns sind die Steuereinnahmen da. Der Bau der Schulen durch unseren Verein erfolgt dagegen nahezu ausschließlich aus Spenden. Und diese Schulbauten in Afrika nützen uns allen, weil sie Kindern in ihrer Heimat eine Zukunftschance schaffen - statt als Asylbewerber unsere Sozialsysteme zu belasten.“


Schon bald wird der Landrat für sein Herzensprojekt mehr Zeit haben. 2026 verzichtet er auf eine erneute Kandidatur als Landrat. Er will sich künftig voll und ganz seinem Verein widmen. Das Ziel: finanziert von Spenden, irgendwann und irgendwo auch noch die 1000. Schule wieder in einer der ärmsten Regionen der Welt zu bauen.

Die Johanniter Regensburg

Johanniter Regensburg Ehrenamt

Wie vielseitig ehrenamtliches Engagement sein kann, zeigt der Johanniter – Ortsverband Regensburg: Mit vielen unterschiedlichen Diensten sorgt man für Sicherheit der Menschen und versorgt sie im Ernstfall professionell. Ein zentraler Bereich ist der Sanitätsdienst, der bei Großveranstaltungen schnelle medizinische Hilfe leistet. Ergänzend dazu ist der Rettungsdienst, unterstützt durch Notärzte und die Luftrettung, rund um die Uhr im Einsatz und hat so schon viele Leben retten können. Die Motorradstaffel hilft, wenn Rettungsfahrzeuge schwer vorankommen, übernimmt ebenfalls Sanitätsdienste und unterstützt beim Bevölkerungsschutz. In schwierigen Momenten stehen die Ehrenamtlichen der Krisenintervention Betroffenen bei, z. B. nach Unfällen oder plötzlichen Todesfällen.


Auch bei sogenannten „Großschadenslagen“ kann man sich auf die Johanniter Regensburg verlassen. Für den Schutz der Bevölkerung sorgen hier Katastrophenschutzeinheiten und die ebenfalls bestens ausgebildete Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG).


Sogar Rettungs- und Therapiehunde kommen zum Einsatz!


Mit der Rettungshundestaffel retten die Johanniter vermisste Personen im unwegsamen Gelände und ebenfalls ein besonderes vierbeiniges Angebot sind Therapiehunde, die man ja auch von ihren Einsätzen in bestimmten Krankenhäusern kennt. Geschulte Ehrenamtliche stehen bei den Johannitern mit ihren Hunden Senioren, Menschen mit Behinderung oder auch Kindern zur Seite.
So vielseitig kann ehrenamtliches Engagement sein!     

                                                                                                                   
Damit sorgen die Johanniter in Regensburg für schnelle Hilfe, Sicherheit und Menschlichkeit in vielen Lebenslagen.

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Ehrenamt hat viele Gesichter

Engagement macht stark - Malteser

Wie die Malteser Cham mit ehrenamtlichen Helfern richtig gute Ideen umsetzen


„Friseure mit Herz“, nur eine von vielen besonderen Ideen, die in über 20 Jahren von den Maltesern Cham realisiert wurden. Gemäß ihrem Motto »weil Nähe zählt« konnten in dieser Zeit Projekte und Angebote umgesetzt werden, die den Alltag von hilfsbedürftigen Menschen in unserer Region erleichtern. „Vieles davon wäre ohne das Engagement von Ehrenamtlichen überhaupt nicht realisierbar“, sagt Martina Vogl, die Geschäftsführerin bei den Maltesern Cham. „Ehrenamtliches Engagement hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert. Wir kümmern uns aber auch darum, dass diese Hilfe, egal in welchen Bereichen, nach hohen Qualitätsstandards geleistet wird. Auch wenn Ehrenamtliche ja kein Geld bekommen, geben wir Ihnen die größtmögliche Unterstützung, zum Beispiel eine entsprechende fachliche und für den Helfer kostenlose Ausbildung. Erst dann kommen die Ehrenamtlichen in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz.“


Viele von uns kennen die Malteser als Sanitätsdienst bei Festen und Veranstaltungen. Wieder andere haben mit den Maltesern Cham vielleicht schon Wallfahrten z. B. nach Altötting gemacht. Aber auch bei der Betreuung kranker und hilfsbedürftiger Menschen leisten Ehrenamtliche großes, und ausgebildete Demenzbegleiter entlasten in betroffenen Familien die pflegenden Angehörigen, indem sie den Erkrankten beaufsichtigen und ihn auch unterhalten oder zum Beispiel mit ihm spazieren gehen.
Viele Menschen in der Region konnten auch den Erste-Hilfe-Kurs beim Malteser Hilfsdienst absolvieren oder, was nicht weniger wichtig ist, haben ihn dort aufgefrischt. Längst werden auch Kurse zu Themen wie Erste Hilfe am Kind oder Ersthelfer im Betrieb angeboten. Wissen, das im Ernstfall manchmal schon über Leben und Tod entschieden hat.


Vorzeige-Projekte durch engagierte Menschen

OMAPA Malteser Cham

Inzwischen zur Institution geworden ist das Begegnungscafé OmaPas bei den Maltesern in der Altenstadter Straße in Cham. Dort gibt es regelmäßig gut durchdachte Angebote wie Gedächtnistraining oder das BIT-Cafe, eine Hilfe für Senioren bei digitalen Angelegenheiten, Senioren-Spielenachmittage, Kochen mit und für Senioren oder auch Handarbeitsnachmittage. Alles wird gerne angenommen und so sind hier vom Opa bis zum Kleinkind alle gut aufgehoben. Sogar für Familienfeiern und Kindergeburtstage wird das OmaPas genutzt.

Malteser Gestriges Brot

In Furth im Wald und Waldmünchen können sich immer mittwochs bei der Aktion „Gestriges Brot und mehr“ Bedürftige Lebensmittel zum Bestreiten des Lebensunterhalts abholen. Diese Idee wird ebenfalls von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Malteser Cham unterstützt. Bäckereien, Metzgereien, Supermärkten und andere Geschäfte aus dem Landkreis spenden hierfür Waren. So werden aktuell ca. 140 Familien unterstützt.

Friseur - Malteser Cham - Ehrenamt

Eine haarige Idee, die „Friseure mit Herz“, 2018 ins Leben gerufen, kam so gut an, dass auch heute noch Friseure aus verschiedenen Salons im Raum zur Schere greifen, um Bedürftigen die Haare zu schneiden. Hierfür stellen sie ihren freien Montag zur Verfügung. Im weiteren Sinn ja auch eine Art Ehrenamt.
Im Prinzip so einfach. Etwas Engagement, etwas Zeit investieren, um damit das Leben Bedürftiger etwas lebenswerter zu machen. Das kann eigentlich jeder von uns und so mancher hat damit in seinem eigenen Leben eine neue wertvolle Aufgabe gefunden.

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