ePa

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Die elektronische Patientenakte


Digitale Unterstützung für Arzt und Patient


Sie ist aktuell ein großes Thema und doch schon seit 15 Jahren in Planung, die elektronische Patientenakte. Für ca. 70 Millionen Versicherte haben die gesetzlichen Krankenkassen inzwischen elektronische Patientenakten eingerichtet. Seit 15. Januar wird sie im Praxisalltag in Franken, Hamburg und Teilen von Nordrhein-Westfalen erprobt. Nach den Tests soll die Nutzung der ePA auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden. In rund 300 Praxen, Krankenhäusern und Apotheken wird getestet, die Einrichtungen wurden extra dafür freigeschaltet. Zunächst werden die alten ePA-Akten migriert, danach erfolgt die Anlage der Akten in diesen Modellregionen und erst dann ist die deutschlandweite Ausweitung Anfang April geplant.


Grundsätzlich würde das Vorhaben eine wesentliche Erleichterung für Ärzte und Patienten bedeuten. Die ePA soll die bisher an verschiedenen Orten wie Praxen und Krankenhäusern abgelegten Patientendaten digital zusammentragen. Arztbriefe, Befunde, Laborwerte, die Medikation oder andere relevante Informationen stehen damit sowohl den Patientinnen und Patienten als auch den behandelnden Ärzten auf einen Blick zur Verfügung.


Medizinisches Personal weiß aus dem Alltag, wie schwierig es oft ist, wichtige Daten für eine weitere Behandlung zu erfragen!
Wenn sich Versicherte in ärztliche Behandlung begeben, kann das medizinische Fachpersonal künftig in der ePA nachschauen: Gibt es Vorerkrankungen? Welche Untersuchungen oder Therapien wurden bereits durchgeführt? Werden regelmäßig Medikamente eingenommen? Auch die Versicherten selbst erhalten einen besseren Überblick ihrer Gesundheitsdaten, weil etwa Arztbriefe, Medikationsdaten und Untersuchungsergebnisse eingestellt werden. Die Zeiten, in denen Patienten mit einem Aktenordner zum Arzt kommen, wären dann für immer vorbei.


Große Probleme beim Datenschutz


Trotz aller Erleichterung im Praxisalltag ist die ePA in Fachkreisen längst nicht unumstritten. Bei den laufenden Tests unter anderem in Franken seien große Probleme aufgetreten, war von diversen Ärzteverbänden zu hören und die Kassenärztlichen Vereinigungen der Testregionen haben regelrecht Alarm geschlagen und gewarnt, das die aktuellen Ergebnisse der Tests „noch völlig unzureichend“ seien! Sie hatten deshalb schon wenige Wochen nach Start der Tests vom Bundesgesundheitsministerium gefordert, die flächendeckende Einführung der Patientenakte noch einmal deutlich zu verschieben, um die Sicherheit der Daten, aber auch die Akzeptanz in der Bevölkerung zu gewährleisten. Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes Wolfgang Ritter warnte im Februar im Bayerischen Rundfunk sogar vor einer „Katastrophe“, wenn es keine weitere Verschiebung gebe.


Trotz eines sehr hohen Sicherheitsstandards bei der Speicherung und Übertragung von Patientendaten ist ein Hauptkritikpunkt eben genau die Sicherheit.


Es besteht immer ein gewisses Risiko, dass Daten gehackt oder missbraucht werden könnten. Das hatte schon Ende 2024 der Chaos Computer Club (CCC) deutlich gemacht und öffentlich auf ein technisches Sicherheitsproblem der ePA-Server hingewiesen. Es könnte Angreifern theoretisch ermöglichen, auf sämtliche elektronische Patientenakten (ePA) zuzugreifen, ohne dass jeweils die elektronische Gesundheitskarte (eGK) gesteckt wird. Die IT-Experten des CCC hatten sich für den Test illegal Zugang zur Telematikinfrastruktur verschafft, über die die ePA läuft.


Aktuell sei man dabei, in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, die Schwachstellen in der Sicherheitsstruktur der ePA zu beheben. Erst wenn das abgeschlossen ist, soll der bundesweite Rollout erfolgen, so das Gesundheitsministerium zum Zeitpunkt der Tests. Diese seien schließlich dazu da, Probleme zu erkennen und zu lösen. Im Rahmen der Erprobungsphase werden technische Anpassungen und Sicherheits-Updates vorgenommen.


Für und Wider


Während es seit Beginn der Testphase Kritik aus der Ärzteschaft zur geplanten Einführung der ePA gibt, warnen dagegen Deutsche Intensiv- und Notärzte vor einem möglichen Widerspruch von Patienten gegen die digitale Speicherung ihrer medizinischen Daten. Sie erklärten: „Es ist aus medizinischer Sicht unvernünftig, der Nutzung der elektronischen Patientenakte zu widersprechen“, so der Generalsekretär der Intensiv- und Notfallmediziner-Vereinigung Divi, Uwe Janssens in der „Augsburger Allgemeinen“. „Wer widerspricht, gefährdet möglicherweise die eigene Versorgung und Gesundheit. Gerade in Notfallsituationen kann der Verzicht auf digitale Informationen zu gefährlichen Verzögerungen oder Fehlern führen. Die Einführung der elektronischen Patientenakte wäre gerade für die Notfallmedizin ein riesiger Fortschritt“, so Janssen.



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