gesundheitstipps mit nebenwirkungen

Gesundheit mit Nebenwirkungen

„Medfluencer“ auf Social Media boomen, obwohl sie oft nicht einmal eine medizinische Ausbildung haben. Recherchen der SWR Investigativ-Reihe ‚Vollbild‘ zeigen: Neben Werbung propagieren einige auch gesundheitsschädliche Tipps.
Kopfschmerzen, Hautirritationen oder schmerzende Gelenke – viele Menschen googeln ihre Krankheitssymptome oder informieren sich bei sogenannten Medfluencern auf TikTok oder Instagram. Solche Angebote boomen. Wen wunderts? Anstelle von oft längeren Wartezeiten in den Arztpraxen ist es bequem, mal schnell im Internet zu schauen, was hier zu den aktuellen Beschwerden zu finden ist. Medfluencer haben teilweise mehrere Hunderttausend Follower. Einige suggerieren im Kittel und mit Stethoskop medizinische Kompetenz, sind aber gar keine ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte. Manche machen exzessiv Werbung, möchten eigene Produktreihen verkaufen oder verbreiten sogar Verschwörungsideologien, wie Recherchen des investigativen SWR-Formats Vollbild zeigen.


Die Verbraucherzentrale NRW berichtet von einigen auffälligen Instagram-Accounts, zu dem bereits mehrere Beschwerden eingegangen seien: Eine „Medfluencerin“ mit mehr als 75.000 Followern bietet nach eigenen Angaben „umfassende Gesundheitsberatung“ zu verschiedenen medizinischen Fragen und teilt unter anderem verschwörungsideologische Inhalte, etwa zu Impfungen oder zu Krebstherapien. Eine Medfluecerin ist zudem Veranstalterin eines „Krebskongresses“ bei einer Online-Akademie. Die Deutsche Krebshilfe äußert auf Anfrage von VOLLBILD „große Bedenken hinsichtlich der Seriosität des Krebskongresses“. „Aus unserer Sicht bewirbt der Kongress alternativmedizinische ‚Behandlungsverfahren‘, deren medizinischer Nutzen nicht belegt ist.“ Zudem erscheinen die Qualifikationen der Kongressreferenten „teilweise zweifelhaft“. Nach Vollbild-Recherchen wird gegen mehrere Referenten des Krebskongresses ermittelt, gegen einen von ihnen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, nachdem mehrere Patientinnen nach einer Behandlung bei ihm verstorben waren.


Solche extremen Beispiele zeigen, dass es keinen Sinn macht, sich anstelle einer fachlich fundierten medizinischen Behandlung nur noch auf alternative Möglichkeiten aus dem Netz zu beschränken, ja, dass dies sogar lebensgefährlich sein kann. Eine mit dem behandelnden Arzt abgesprochene Begleitung mit natürlichen Möglichkeiten dagegen kann sich unter Umständen durchaus positiv auf das Wohlbefinden der Patienten auswirken.   


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